Zufälliges Zitat

"Ich bin krank, aber nit so krank, dass ich nit 24-stunden laufen könnte"

Stefan Schlett, erkältet in Wörschach

Nächster Ultramarathon

Alle zeigen - Bericht von Matthias C.S. Dreyer zum Marathon Celje:
Matthias C.S. Dreyer , 06.09.2005

Jetzt sind es 75 Kilometer

Heike Cossmann hat in ihrem Bericht aus dem Jahr 2001 den Lauf so beschrieben, wie ich ihn 2005 selbst erlebt habe. Klasse Bericht und absolut korrekt. Einige Ergänzungen möchte ich für Steppenhühner anfügen, die es im nächsten Jahr versuchen wollen:

Die Strecke wurde um eine Schleife erweitert, die direkt im Anschluss an die Altstadt von Celje am Fluss Savinja gelaufen wird. Etwas tröge, aber das bringt dann die echten 75. Dass die Strecke bisher wohl zu kurz war, tut den Leistungen aus den Vorjahren keinen Abbruch. Erkennbar ist die Änderung nicht nur an der zusäztlichen Schleife, sondern auch an den Korrekturen der Kilometerzahlen im Streckenverlauf.

Ich hatte mit den letzten 25 Kilometer schon so meine Probleme. Die ersten 50 sind nämlich aufgrund des Untergrundes durchaus schon anstrengend und dann die letzten Höhenmeter, das brennt! Störend, wie auch in einem Bericht angemerkt sind die Autos, denn die Strecke ist auf den letzten 25 Kilometern nicht gesperrt, gemeinsames Laufen dadurch sehr erschwert.

Einmal mehr – wie auch in Mnisek (Tschechien) hat mir der internationale Charakter des Laufes gefallen. Man trifft einfach tolle nette Leute aus Slowenien, Tschechien, Österreich und natürlich auch Landsleute, die sich – z.B. wegen ECU-Cup – auf den Ultras tummeln. Richtig familiär. Und irgendwie hat es auch Charme, dass nicht alles so 150-prozentig durchgestylt ist, wie bei den Stadtmarathons, mehr Landschaft, mehr nette Leute, eben mal ein bisschen Strecke suchen – eben Ultra!

Und dann war da noch Maran, Slowene, den ich bei etwa Kilometer 40 aufgegabelt habe, der in der Schule deutsch gelernt hat und immerhin noch „guten Tag“ und „vielen Dank“ sagen konnte. Ich habe seinem Versprechen in englisch geglaubt, dass bei Kilometer 50 junge hübsche Masseurin stünden und den Läufern die Beine massierten. Schließlich haben wir an der Verpflegungsstation ca. 40 Minuten vertändelt mit Plaudern, Suppe trinken und vielem Lachen, allein die Masseurin war ein Mann. Ich habe dann beschlossen, den Rest der Strecke mit Maran zu Ende zu bringen. Schließlich lagen wir mit 5:06 noch super in der Zeit. Schade, dass bei meinem slowenischen Kollegen etwa drei Kilometer weiter der Ofen aus war, so dass wir dann nach 9:21 als slowenisch-deutsches Tandem durchs Ziel liefen. Auch eine nette Art, einen Ultra zu beenden.

Vergessen darf ich nicht, dass Maran neben einem Handy, eine komplette Regenbekleidung, eine Nothelfertasche, eine Wasserflasche (1 Liter) und zahlreiche Geltuben mitschleppte. Das Handy klingelte ständig, Maran hielt Kontakt mit seinen Freunden und seiner Familie. Letztere trafen wir dann bei Kilometer 60 bei Luce, der achtjährige Sohn begleitete uns auf dem Fahrrad bis ins Ziel. Den Moment als seine rothaarige Frau und die zwei Kinder mit stolzem Blick und Bewunderung am Straßenrand auf Maran warteten, vergesse ich wohl nie. Ich habe die Familie nach guter alter deutscher Sitte mit Handschlag begrüßt. Das muss doch bei einem Ultra drin sein!


© Matthias C.S. Dreyer, 06.09.2005

Weitere Info's und Berichte zum Lauf:


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