Zufälliges Zitat

"Racing should never be an ordeal, rather an enjoyable and life-enhancing experience."

Bruce Fordyce (Comrades)

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Stefan Schirmer , 03.02.2006

"Zwischen Steppenhühnern und Käsesuppe"

„Krötenwanderung“, Bochum/Kemnader See, 29.01.2006

- Zwischen Steppenhühnern und Käsesuppe -

Nach dem Ausstehen zeigte das Thermometer 10,8 Grad. Unter Null. Ganz schön knackig für westfälische Verhältnisse.

Es war der Tag der „Krötenwanderung“, einem Ultra-Traininglauf mit Wettkampfcharacter. Oder doch ein Wettkampf mit Trainingscharacter? Wie auch immer.

Da die Strecke drei Mal um den Kemnader See führt mit Zwischenstopps in der Küche des Veranstalters Stephan (www.steppenhahn.de), konnten auch Teilstrecken gelaufen werden.

Da ich 2006 bis dahin an längeren Läufen gerade mal einen Zwanziger gelaufen bin, meine neuen Treter noch leichte Kniebeschwerden verursachten und ich am Vortag beim Umzug meines Bruders noch etliche Möbelteile aus dem 5 Stock transportiert hatte, war für mich klar, dass ich wohl spätestens nach der 32 km-Variante an Stephans Küchentisch Platz nehmen würde.
Bei mir stand aber auch nicht die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern das gesellige Beisammensein, das Wiedersehen mit Bekannten und das Kennenlernen von Unbekannten.

Leider kam ich, wie so oft, zu spät zu Hause los und verfuhr mich dann noch, so dass ich es nicht rechtzeitig zum Start schaffte. Bei der Parkplatzsuche in Reichweite von Stephans Haus sah ich den Läuferpulk starten.

Ich kannte die Streckenführung von dort zum See nicht und hatte auch keine Lust, zwei Stunden auf Mitläufer meines Tempos zu warten, also fuhr ich den Weg ein Stück zurück und stieß in der Nähe des Botanischen Gartens zum Feld.
Von dort ging es noch ein Stück Straße hinab bis zum See.
Bis zum ersten Pipistopp lief ich mit Deutschlandlauf-Finisher Rainer Wachsmann. Danach dann mit Jens (Vieler), der auf mich wartete und sich notgedrungen von mir bremsen ließ, obwohl ich bereits im Tempodauerlauftempo lief.
Aber so hatte er wenigstens einen Ortskundigen dabei, denn die Kemnade-Runde kannte ich ja von den sonntäglichern Lauftreff-Runden.
Diesmal umliefen wir den See jedoch gegen den Uhrzeigersinn.
Die Strecke war nicht einfach zu laufen. Ein Großteil war festgetretener Schnee. Teilweise war es aber auch vereist und rutschig. Viel los war am See um diese Uhrzeit noch nicht.

Am Parkplatz, wo die Strecke wieder bergan zum Step führt, hatte Sigi Bullig sein Wohnmobil als Verpflegungsstation platziert.
Nach einem kurzen Stopp liefen Jens, ein weiterer Läufer und ich die Strecke hoch. Ich lief allerdings nur bis zum Auto und fuhr dann den Rest bis zur warmen Küche, in der ich mich erst einmal häuslich niederließ und heißen Tee trank.
Obwohl die von mir gelaufene Strecke gerade mal 12 Kilometer betrug, wollte ich keine Runde mehr dranhängen.
Aber irgendwann juckte es doch in den Beinen und ich ging mit einem kleinen Grüppchen „Steppenhühner“ die zweite Runde an, musste sie aber ziehen lassen und legte bei Sigi eine kleine Verpflegungspause ein, da ich schwächelte; nicht genug gegessen.

Die Seerunde musste ich dann ohne Laufpartner absolvieren.
Inzwischen hatte die strahlende Wintersonne hunderte von Ausflüglern an den See gelockt, so dass als Zusatzdisziplin neben Eislaufen jetzt auch noch Slalom angesagt war.
Die zweite Runde führte unter der Autobahnbrücke her und war deshalb kürzer.
Die umzugsmüden Beine machten sich immer mehr bemerkbar; erstaunlicherweise blieben jedoch die Knie friedlich. Trotzdem war ich froh, als ich wieder Sigi’s Verpflegungsmobil sah.
Nach einem Becher Tee machte ich mich mit Rainer Wachsmann an den Anstieg. Er wurde mir dann aber irgendwann zu schnell, so dass ich die letzten zwei Kilometer wieder alleine lief und auch mal eine Gehpause einlegte.

Als ich wieder in Step’s warmer Küche war, hatte ich ungefähr 28 Kilometer mit einigen Höhenmetern in ungefähr 3:07:15 Netto hinter mir – das reichte mir für den Tag aber wirklich. Das Laufen war bei diesen Bedingungen doch spürbar anstrengender als auf freiem Boden.

Frisch geduscht stärkte ich mich mit leckerer Käsesuppe und Kuchen, plauderte noch ein wenig mit den anderen Ultras und machte mich dann auf den Heimweg. Nette Kontakte, ein schöner, anstrengender Trainingslauf – mir hat's gefallen.



© Stefan Schirmer, 03.02.2006

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