Zufälliges Zitat

"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings."

Albert Einstein

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Alle zeigen - Bericht von Michael Dickel zum Rheinenergie-Marathon-Bonn:
Michael Dickel , 30.10.2007

Geschafft – egal wie!

Geschafft – egal wie!

5 Std. 23 Minuten, so viel vorweg, sind ungefähr 1 Stunde mehr als ich für meinen ersten Marathon brauchen wollte. Ich habe also noch viele Möglichkeiten mit gezieltem Training meine Zeit zu verbessern – Berlin unter 4 Stunden habe ich nicht aus den Augen verloren.

Natürlich habe ich aufgrund der zahlreichen gelesenen Laufberichte einen Eindruck davon bekommen, was man alles falsch machen kann. Warum macht man dann doch die gleichen Fehler?

Noch 5 Tage vorher war ich mental (würde Boris sagen) nur auf HM eingestellt – noch nie bin ich eine längere Strecke gelaufen – und hatte mir eine Zeitverbesserung auf unter 2 Stunden vorgenommen. Mein Blick galt aber immer dem Laufkalender. Ich wollte auch mal einen Marathon probieren. Und dann kam mir der Gedanke, warum nicht schon der RheinEnergieMarathon Bonn,.

Also fuhr ich Samstags zum Abholen der Startunterlagen und habe dann umgemeldet. Man war etwas überrascht, da eigentlich nur umgekehrte Ummeldungswünsche von Marathon zu HM vorkommen, aber der superfreundliche Trouble-Point macht auch das möglich. Bei der Frage nach der Startposition war ich unschlüssig, was ich antworten sollte und schon hatte ich einen schwarzen Punkt auf meiner Startnummer, die mich für die erste Startbox auswies. Na ja – warum nicht? Sollen die Kenianer doch über mich stolpern.

Der Sonntag begann mit strahlendem Sonnenschein und doch angenehmen 10 Grad so um 8 Uhr, also ging alles von neuen Bestzeiten aus. Der Veranstalter hatte einen neuen Teilnehmerrekord und die Oberbürgermeisterin schaffte es rechtzeitig zum Start da zu sein. Pünktlich konnte es los gehen, die Stimmung war wirklich super. Karneval in Bonn oder so ähnlich.

Den Kilometer 1 in 4,46 Minuten und auch den 2. in 5,20 – hatte ich mich also doch hinreißen lassen. Bei 8 Kilometern war eine 10 Kilometerzeit von 54 Minuten in Sicht, bremsen, du musst bremsen, keuch. Also genau 1 Stunde für 10 Kilometer und die nächsten 10 waren auch mein bisheriges Halbmarathon Tempo, so dass ich zur HM-Distanz mit 2 Stunden 14 genau in meinem Zeitfenster lag. Und – ich fühlte mich gut. Bei Kilometer 22 standen in einer Kurve meine extra angereisten Eltern und Schwester mit Mann und Kind. Da kann man doch nicht einfach vorbei laufen, also anhalten und freundlich begrüßen, alles in allem 4 Minuten stehen geblieben (ich habe noch mal ungläubig auf meiner Uhr kontrolliert). Völlig aus dem Rhythmus bemerke ich nun auch meine Beine und trotzdem läuft es bis Kilometer 25 zufriedenstellend. Doch dann die ersten Krämpfe. Genug getrunken hatte ich, 2 Energie-Gel (würg) waren auch schon drin – ich fing an, den Schatten der Häuser und Bäume zu suchen. Wie – erst Kilometer 26??? Ich fing wieder an zu rechnen, na ja unter 5 Stunden ist auch nicht schlecht, meine Durchschnittsgeschwindigkeit bis zu diesem Punkt reicht völlig. Kilometer 34, ankommen – nur ankommen – und genießen wie Andreas Butz zu sagen pflegt. Also fange ich an zu genießen. Die netten Menschen, die, in Ihren Gartenstühlen sitzend, rufen: Du schaffst es. Die Kinder, die sich abklatschen lassen. Die freundlichen Polizisten, die sogar La-Ola Wellen anstimmen – Bonn ist Klasse. An jeder Verpflegung mache ich halt, fülle mein Reserveflasche nach, trinke viel und unterschiedlich und esse Bananen. Zeit ? welche Zeit?. Wenn ich gewollt hätte, ich wäre bei Kilometer 40 sturzbetrunken gewesen, soviel Bier habe ich angeboten bekommen. Aber dann wäre ich nicht angekommen und nur das war jetzt noch mein Wille.
Das Ziel naht, die letzten 500 Meter werden gelaufen, irgendwie verschwimmt alles um einen herum und das, obwohl die Tribünen um den Zieleinlauf noch komplett gefüllt sind. Ich bin durch, bekomme meine Medaille und meine letzte Gänsehaut an diesem tollen Tag. Ich hab´s geschafft – egal wie.
Und heute, Montag, geht´s mir gut, kaum muskuläre Probleme. Hätte, wenn und aber. Der nächste Marathon wird heute noch geplant. Und da kann ich ja alles besser machen.


© Michael Dickel, 30.10.2007

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