Zufälliges Zitat

"Ich bin krank, aber nit so krank, dass ich nit 24-stunden laufen könnte"

Stefan Schlett, erkältet in Wörschach

Nächster Ultramarathon

Alle zeigen - Bericht von Bernd Spring zum 6h-Lauf Ottobrunn:
Bernd Spring , 31.03.2009

6-std-lauf in ottobrunn/münchen, 29. märz 2009.

siehe http://www.dhyanarecords.com/?p=352

Der Samstag war, was das Wetter betrifft, super. Der 6-Stunden-Lauf von Ottobrunn bei München war am Sonntag.

Bei der Anfahrt regnete es. Ich wusste, dass es in Ottobrunn an der Verpflegung nichts zu meckern gibt; dass man vorher oder spätestens auf der Runde nette Leute trifft und es ein gesellig-lauffreudiger Tag wird. In der Woche zuvor zwickte immer wieder mal mein rechtes Knie, zudem vermutete ich auch eine sich langsam anbahnende Erkältung. Eigentlich ideale Voraussetzungen für eine neue Bestleistung, dachte ich, und begann mit einem 5 min/km-Schnitt auf allen ebenen Metern der Runde.

Ausgebremst wurde man regelmäßig von der Rampe, welche auf die Stadiontribüne führt, wo ein Cowboy kontrolliert, ob die Rinderherde noch vollzählig ist. Dann kommt die Verpflegungsstelle, nach der man sich mit vollem Magen abwärts rollen lassen kann. Es geht hinaus über ein Stück Grünfläche, wo Hunde bereits auf Stöckchen lauern, welche gegen Ende des Rennens von den Läufern zum apportieren ausgelegt werden… braaaav! Dann wieder hinein ins Stadion und von vorne. Das Ganze vielleicht so 50 mal und man hat gute Chancen auf einen Platz sehr sehr weit vorne. So sagt die Theorie.

Je später der Tag, desto schlammiger der Boden. Mit den im oberbayerischen Slang gehaltenen Worten “Du siehst ja schlimm aus, Deine Hose ist voller Dreck, ist ja ekelhaft…” wurde ich irgendwann mal überholt. Dass eine passende Erwiderung “Du machst aus einer Mücke einen Elefanten, Dietmar.” gewesen wäre, dafür musste ich gut 2 Runden lang grübeln. Also konnte ich es mir sparen.

Offiziell schiebe ich es ja auf den immer rutschiger werdenden Untergrund, auf die sumpfesken Verhältnisse im vorstädtischen Moor, warum ich in der zweiten Hälfte des Rennens 2570 Meter weniger als in der ersten zusammengebracht habe. Aber das zieht leider nur bei Leuten, die nicht dabei waren und am besten nicht allzu ortskundig sind. Jedenfalls: bei Halbzeit feierte ich die bis dato geleisteten 35 km mit einem ausgiebigen 5-Gänge-Menü: Rhabarberkuchen (das kulinarische Highlight des Tages), Salzstangen, Chips, nochmal Rhabarberkuchen, Schoko-Reiswaffeln. Zur Nachspeise noch mal einen Happen Rhabarberkuchen. Sehr sehr lecker! Leider musste ich irgendwann feststellen, dass ich mein Tempo nicht mehr ganz so hoch halten konnte wie anfangs gedacht. Naja, das kommt vor. In den letzten Runden munterte mich Maria auf, die selbst etwas Ablenkung nötig hatte: sie war 30 min vor Schluss mit knapp 300 m Vorsprung Erstplatzierte der Frauen und hätte jetzt gerne den Luxus einer kurzen Pinkelpause genossen. (Um die Spannung vorweg zu nehmen: Blase und Vorsprung hielten bis zum Happy End durch.)

Ich kam auf den 5. Gesamtplatz mit 67,430 km und von innen und aussen durchnässten Klamotten und Schuhen. Duschen kann so schön sein. Zwischen Gemüseeintopf und Siegerehrung (Manfred hat seine Hausaufgaben gemacht, er zitierte sogar meinen Spruch aus dem Steppenhahn-Forum) ging noch eine Flasche Obstler rum. Ich ließ sie spurlos vorüberziehen.

Bei der Heimfahrt regnete es. Es war mit das beste, was man aus so einem Tag machen konnte.

© Bernd Spring, 31.03.2009

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