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Stop, leider geschlassen!

 

Wolfgang Sacher zum Lauftage 100 KM Biel-Bienne (07.07.2008) - Ultramarathon beim Steppenhahn (10.2000)

Zufälliges Zitat

"Jetzt hat die Menschenjagd ein Ende - jetzt gehts auf Kilometerjagd"

Martina Hausmann, Erkrath 2007, gerade Edit überholt

Nächster Ultramarathon

Alle zeigen - Bericht von Wolfgang Sacher zum Lauftage 100 KM Biel-Bienne:
Wolfgang Sacher , 07.07.2008

Nach Biel ist vor Biel

Nach Biel ist vor Biel.


Über mehrere Jahre war das auch mein Motto.

Es hatten sich aber in den letzten Jahren auch andere 100 Km Läufe für mich als interessant aufgetan, wie Leipzig, Arnsberg oder auch Dodentocht.

Für 2008 stand aber der 50. 100 Km Lauf in Biel an. Ein Jubiläum der seltenen Art.

Im Herbst 2007 ist in den einschlägigen Kreisen schon viel darüber gesprochen worden, ob man teilnehmen sollte. Für mich war das schon Signal genug. Bis Weihnachten war meine Entscheidung für eine Teilnahme gefallen.
Aus der Vergangenheit hatten sich schon so viele Informationen bei mir festgesetzt, dass dies ein Jubiläumslauf für die große Gemeinde der Ultraläufer sein wird.
Also wollte ich dabei sein.
Im Geiste schwebten mir jetzt schon die Bilder vom Zieldurchlauf mit Blitzlicht und Fernsehkamera durch den Kopf.
Meine Bestzeit sollte der Vergangenheit angehören und ein Wunsch sollte auch noch umgesetzt werden. Eine 10 sollte vorne stehen, wenn möglich mit wenigen Minuten danach.

Ein Trainingsplan musste wieder die Linie vorgeben, die ich einhalten wollte.
Trainingsanfang 2.1.2008, Gewichtsabnahme über 10 Kg, die Trainingseinheiten von 2007 sollten übertroffen werden in Umfang und auch an Geschwindigkeit. So sollten die Wochenkilometer recht schnell in eine Größenordnung von ca. 100 km pro Woche kommen.
Der erste große Test sollte der Rodgauer 50 Km Ultralauf sein und mindestens 4 – 6 Marathons oder Ultraläufe sollten absolviert werden. Ab Neujahr Alkoholverzicht bis Biel ( als Mitglied eines Karnevalvereins hatte ich mir für die Fassnachtswoche eine Ausnahme gestattet ). Einzelne Laufveranstaltungen an den Wochenenden waren dann noch ein Gradmesser ob das Vorhaben gelingen könnte.
Nebenbei war der Wunsch die persönlichen Bestzeiten in 10 Km, 21,1 Km, 42,2 Km wie auch die 50 Km zu Toppen.

Der Rahmen war gesteckt, er musste umgesetzt werden.

Januar – 305 Trainingskilometer.
Die ersten Trainingseinheiten, das Elend war groß. Schwere Beine, zuviel Gewicht und die Motivation wollten sich nicht bei mir einstellen.
Der erste Test 50 Km Rodgau durchgestanden, die Motivation stellte sich langsam ein.
Februar – 362 Trainingskilometer.
Jeden Tag wurden jetzt die Laufschuhe bewegt, nur montags war Ruhe angesagt.
März – 462 Trainingskilometer.
Die ersten Belastungsrennen wurden durchgezogen, HM FFM, 50 Km Marburg, 30 Km Friedberg, 25 Km Jügesheim, 50 Km Eschollbrücken. Es wurde besser, die Beine liefen wieder und mein Gewicht hatte sich um 5 Kg verringert.
April – 381 Trainingskilometer.
Es machte wieder Spaß, auch nach einem Lauf war ich nicht mehr leer. 25 Km Seligenstadt, HM Griesheim, M Weiltal, M Würzburg. Bei manchen Veranstaltungen lief ich erst mit Moni meiner „ Trainingspartnerin „ zusammen, um dann den Rest mit Tempo abzuspulen. Auch das Körpergewicht ging weiter nach unten.

Mit meinem Trainingszustand war ich sehr zufrieden es lief gut bis sehr gut.
Mai – 235 Trainingskilometer.
Meine Euphorie bekam Flügel, HM Krotzenburg mit PB runtergespult um abends noch zwei Trainingseinheiten draufzusetzen. Am nächsten Morgen war der Schreck groß.
Ich konnte das linke Bein nicht mehr bewegen? Das Knie blieb steif, nur unter Schmerzen war eine Bewegung möglich. Was war los? 6 Wochen vor BIEL? Ich bekam Panik. Den Weißkittel traue ich nicht, schon gar nicht, wenn es dann nur heißt „ Überbelastung „ da hilft nur eine strenge PAUSE. Was tun?
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Montag machte ich Pause. Dienstag leichte Laufbewegungen, nach kurzer Zeit Schmerzen, sollte wohl noch nicht sein. Mittwoch, Donnerstag Pause. Freitag wieder leichte Laufbewegungen, aber immer noch nichts. Samstag, Sonntag Pause. Montag zwei leichte Trainingseinheiten um zu testen was überhaupt noch geht. Es wurde schon etwas besser. Etwas Hoffnung kam auf.
Der innere Teil des musculus quadriceps bzw. der musculus vastus medials waren wohl überbelastet gewesen.
Dienstag, Mittwoch Pause. Donnerstag eine leichte Trainingseinheit. Freitag, Samstag Pause. Sonntag Marathon in Staufenberg als Test, hier musste sich zeigen, ob meine Eigenbehandlung auch Früchte trägt. Zum Glück waren dort auch bekannte Laufkollegen mit am Start und ich konnte mich auf ihr Tempo und die dazu notwendige Disziplin verlassen, Danke Gerhard, es hat mir sehr geholfen. Der Test war gelungen. Montag, Dienstag, Mittwoch vorsichtshalber noch einmal Pause. Donnerstag, Freitag, Samstag nur leichte Trainingseinheiten. Sonntag ein Test, HM Steinberg, es war OK. Langsam wurde ich mir wieder sicher, dass mein Vorhaben „ Biel „ wieder funktioniert. Jetzt waren es nur noch 3 Wochen bis zum Start in Biel, nur noch leichtes Training wurde jetzt noch gemacht.
Juni – 114 Trainingskilometer.
Den HM in Kahl sowie den Kirchenlauf in Heusenstamm lief ich zusammen mit Moni langsam, um keine Fehler mehr zu machen. Auch habe ich jeden zweiten Tag die Füße hochgelegt um ja nicht in die Gefahr zu raten „ Ach ein bisschen Laufen wäre doch so schön“.
Durch die Ereignisse merkte ich überhaupt nicht wie schnell die Zeit verrann.
Es kam wie es kommen sollte, Donnerstag den 12.06.2008 Abfahrt nach Biel.




Wolfgang Sacher


© Wolfgang Sacher, 07.07.2008

Weitere Info's und Berichte zum Lauf:


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