Zufälliges Zitat

"Schnecken haben keine Rekorde, aber sie kommen an."

Rainer Waszkiewitz

Nächster Ultramarathon

Günter Böhnke (Passtschon98) war in Ägypten - Les Dix Commendements - Die 10 Gebote, 4*Marathon hintereinander und hat einen Bericht bei Passtschon98 eingestellt:

Hallo Stephan,
den Bericht kannst Du gerne übernehmen, mit der Anstrengung hat es sich erstaunlicherweise in Grenzen gehalten, kein Muskelkater, nichts.
Sehr motivierend für mich (44) war das Ultra-"Urgestein", das am Lauf teilnahm, Erwin Remmele (63?), Josef Kaufmann (66), Sigrid Lomsky (60), Karlheiz Jost (65), Günter Herburger (70!), die alle den Lauf durchgestanden haben. Erwin hat Zeiten vorgelegt, die für mich unerreichbar waren, unglaublich.
Ihren Erzählungen habe ich mit großen Interesse gelauscht, die meisten von ihnen haben erst recht spät mit dem Laufen anfangen, so daß wir, wenn wir wollen, noch eine spannende Zukunft vor uns haben....


Und hier der Bericht:

Die Zehn Gebote, in 4 Etappen durch den Sinai über Geröll und Sand sowie den Mosesberg (2285m) bei Tagestemperaturen um die 35 Grad im Schatten. Auf dem Mosesberg hat Gott nach der Überlieferung Moses die Zehn Gebote verkündet, daher der Name dieses Laufes, der vom 27. April - 4. Mai 2002 zum 2ten Male stattgefunden hat. 25 Teilnehmer, 11 Deutsche und 14 Franzosen, davon insgesamt 4 Frauen, ließen schnell eine familiäre Atmosphäre entstehen. Samstag Hinflug von Paris nach Sharm el Sheik, Sonntag ein Ruhetag am Roten Meer zum Eingewöhnen, den wir am Strand und mit Schnorcheln verbrachten.

Montag die 1. Etappe, 42,2 km in 4:59:25, zuerst 22 km direkt am Meer entlang, daß in der Sonne glitzterte und von weißen Schaumkronen übersät war, wir hatten 5-6 Windstärken Gegenwind, die uns zumindest angenehm kühlten. Danach bogen wir ins Landesinnere ab und liefen den im Dunst rötlichbraun schimmernden Bergen entgegen. Der Sinai ist das älteste Gebirge der Welt, karg, verwittert, von Geröllawinen und Sandverwehungen gezeichnet. Übernachtung unter wehenden Stoffbahnen, die nur Sonnenschutz boten, nachts ein wunderbarer Sternenhimmel.

Dienstag, 2. Etappe, 42,2 km in 5:48:21, ein recht trostloser Lauf durch Geröll, Sand, ausgetrockneten Wadis und Schluchten, die Hitze saugte uns aus, der Lauf schien kein Ende zu nehmen, wie zweifelten an den Kilometerangaben. Am Schluß noch eine über 10 km lange Steigung, unser Lager lag auf einem Pass.

Mittwoch, 3. Etappe, 42,2 km in 5:38:32, landschaftlich sehr schöner Lauf durch enge Schluchten, deren Felswände in der Sonne glänzten, die Hitze reflektierten, zum Teil steil ragten die Wände empor, wie klein kamen wir uns vor. Im Ziel nur kurze Rast, dann wurden wir per Pickup und Minibus zu unserem eigentlichen Lager gefahren, daß wunderbar erhöht über der Wüste lag. Ein ständig wehender Wind ließ Sand auf uns hernieder rieseln, alles war von einer dünnen Sandschicht überdeckt, wieder verwehend und immer wieder neu entstehend. Zum Abend schlief der Wind zum Glück ein, dafür glühten die Felsen in der untergehenden Sonne noch einmal rot auf.

Donnerstag, 4. Tag, ca. 33 km in 4:22:24. Dieser Tag war vom Aufstieg zum Mosesberg gezeichnet (2285m), von dem wir einen atemberaubenden Blick über den Sinai hatten. Allerdings kostete es uns die letzten Kraft, den Gipfel zu erklimmen, nur die auserlesen Spitzenleute schafften es hier noch ansatzweise zu laufen. Auch der Abstieg über 3000 Felsstufen bot keine Erleichterung, zu steil und verwittert, zu unterschiedlich waren die Höhenabstände der Stufen. Ein stolpern der müden Beine, ein Sturz hätte fatale Folgen gehabt. Am Katherinenkloster vorbei ging es ins Ziel, am Abend labten wir uns bereits wieder erholt am Büffet.

Freitag entspanntes faulenzen am Strand in Dahab, am Abend Siegerehrung am Strand, Stadtbummel und Einkauf von Geschenken für die Lieben daheim. Samstag ein kurzer Lauf am Strand, später dann Rückflug nach Paris.


© Günter Böhnke , Mai 2002
vingilot@t-online.de

Weitere Info's und Ergebnisse zum Lauf: