Zufälliges Zitat

"Wenn Laufen das einzige Ziel wäre würden wir viele unvergessliche Momente versäumen"

Jean-Claude Le Cornec, Organisator Foulees de la Soie

Nächster Ultramarathon

Tolle Premiere in Apeldoorn

Eine phantastische neue Laufveranstaltung wurde im Mai dieses Jahres im niederländischen Apeldoorn ins Leben gerufen. Als Premiere in unserem Nachbarland veranstaltete der AV Veluwe einen Mehrtages-Etappenlauf. Die Teilnehmer hatten die Auswahl zwischen 4 Etappen über insgesamt 61 km oder 6 Etappen über 100 km zu laufen.

An 4 aufeinanderfolgenden Tagen wurde über das Pfingstwochenende der Lauf ausgetragen.

Die Läufer über die 100 km mussten also an 2 Tagen 2 mal starten.

Die Idee hatten die Veranstalter von ähnlichen Läufen in Frankreich bzw. Italien mitgebracht.

Rund 2 Jahre der intensiven Vorbereitung waren erforderlich. Schließlich soll dieser Wettkampf zu einem Highlight geformt werden. Die Organisatoren hatten sich hohe Ziele gesteckt und, um es vorweg zu nehmen, die Teilnehmer waren nach Ablauf voll des Lobes über die tadellose Organisation.

Die Gegend von Apeldoorn und die Stadt selbst boten auch für mitgereiste Familienangehörige und Betreuer der Läufer ein Menge Abwechslung und Möglichkeiten der Erholung. Etliche Gruppen nutzten das Angebot des Veranstalters und campierten gratis direkt im Sportpark Orderbos.

Über die 100 km kamen letztendlich 58 Läufer in die Wertung, während es über die 60 km derer 69 waren. Einzelstarts waren ebenso möglich. Dieses Angebot wurde auch auf jeder Etappe angenommen.

Alle Strecken waren vorbildlich gekennzeichnet und exakt vermessen. Jeder gemeldete Teilnehmer bekam bereits Wochen vorher einen aufwändig zusammengestellte Broschüre zugesandt. Darin waren u.a. sämtliche Laufstrecken dargestellt. Selbst ein Höhenprofil, eine Streckenbeschreibung sowie Tips für die Begleiter waren angegeben. Ausführlich wurden auch die Anfahrtswege beschrieben und das Reglement erläutert.

Die 1. Etappe führte über 16,4 km fast ausschließlich durch Waldgebiet. Lediglich Start und Ziel befanden sich auf der Leichathletikbahn im Sportpark Orderbos. Nach knapp einer Stunde waren die ersten Läufer im Ziel, die letzten kamen gut eine halbe Stund später.

Am 2. Tag gab es für die 100-km-Läufer bereits um 11 Uhr die 2. Etappe. In Spelderholt ging es über gut 20 km. Die Ausschreibung versprach die vielleicht schwerste Etappe. Unzählige kurze Anstiege forderten den Teilnehmern bereits hier einiges ab. Am Abend waren dann wieder alle Läufer vereint. In Loenermark galt es fast 15 m zurückzulegen. Für die meisten Starter war dies die landschaftlich reizvollste Strecke. Start und Ziel lagen auf der Brücke des Kasteel Ter Horst. Nach Ablauf des Laufes gab es noch ein geselliges Beisammensein bei Speis und Trank in der Oranjerie des Kasteels.

Am nächsten Morgen stand ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung auf dem Programm: der von allen schon heiß erwartete Zeitlauf. In umgekehrter Reihenfolge vom Gesamtklassement gingen die Aktiven im Abstand von 30 sec. auf eine Strecke von 8,7 km. Hier stand das Zeitfahren aus dem Bereich des Radsports Pate. Es entwickelte sich ein außergewöhnlich spannender Wettkampf, der Sportler, Organisatoren sowie Betreuer schnell in seinen Bann zog. Die Nervosität war bei den Veranstaltern noch größer als bei den Läufern. Man war sich nicht sicher ob alles fehlerlos über die Bühne gehen würde. Schließlich hatte man keinerlei Erfahrung mit dieser Art von Wettkämpfen. Aber auch diesmal funktionierte alles reibungslos.

Während die Aktiven der 60-km-Wertung ihre schon müden Beine am Nachmittag schonen konnten, mussten die 100-km-Starter um 16 Uhr noch über eine Strecke von 18,8 km in Kootwijkerzand antreten. Aber bereits am Abend waren alle Strapazen bei der Pastaparty kurzzeitig vergessen.

Mit schweren Beinen aber noch immer voller Spaß und Enthusiasmus standen am folgendem Vormittag wieder alle am Start der letzten Teilstrecke. Es ging über 21,2 km durch die Asselsche Heide. Die Spannung war hoch. Während sich auf der langen Strecke Arend Ramaker bereits einen beruhigenden Vorsprung gesichert hatte, trennten die Nummer 1 und 2 auf den 60 km lediglich 18 sec.

Beim Einlauf auf der Leichtathletikbahn wurden die Läufer dann noch von einem Shanty-Chor begrüßt. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und die Stimmung war ausgelassen. Wie an den Vortagen erfolgte auch diesmal die Auswertung in rasender Schnelle, so daß die Siegerehrung bereits kurz nach dem Einlauf stattfand.

Die Reaktionen während, unmittelbar nach bzw. auch noch Tage und Wochen später auf der Internetseite der Veranstaltung waren durchweg positiv. Man war euphorisch und sagte der Veranstaltung eine große Zukunft voraus. Die hervorragend markierten Strecken führten ausschließlich über Fahrradwege und gut belaufbare Waldpfade durch schönste Naturgebiete.

Alle Strecken waren exakt vermessen. Es wurde auch nicht versäumt einen sehr versierten Sprecher zu verpflichten.

Der Termin für die 2. Auflage steht auch schon fest: am Pfingstwochenende vom 06. bis 09. 06.2003 wird es das ausrichtende Team um Rene de Jonge schwer haben den diesjährigen Erfolg noch zu toppen. Für weitere Informationen schau unter http://www.meerdaagse.nl/.

Dort ist auch eine große Anzahl Photos der Premiere zu sehen.

Resultate:

   100 km                      60 km

   Männer:                        Männer:
1. Arend Ramaker      6.31.36  1. Thomas Drössler  3.42.57
2. Willem Liefers     6.39.15  2. Melchior van de Pol   3.43.39
3. Harald Barmentloo  6.43.35  3. Elbert Voogt          3.51.29

   Frauen:                        Frauen:
1. Majet Spoelder     8.00.47  1. Loes Ribbink          4.47.58
2. Gre Levelink       9.34.29  2. Carla Verwijs         4.52.36
3. Mariska Timmer     9.52.19  3. Janine Swaak          4.57.29

© Thomas Drössler , Juni 2002
ThDroessler@aol.com