Zufälliges Zitat

"60 km ist etwa die Hälfte des 100 km Laufs von Biel, lassen wir uns da nicht von den Mathematikern in die Irre führen."

Walter Wagner

Nächster Ultramarathon

Als Einstimmung auf meine erste Null hat Sabine Weiss mir eine alte Email kopiert, in der sie von ihrer ersten Null im Jahr davor berichtet:

Osterlauf im Winter?

von Sabine Weiss, Dezember 2000

...am Wochenende habe ich auch noch andere Sauwetterjacken getestet. Knut und ich waren in Georgsmarienhütte beim 'Nuller'. Der Wanderweg 0 führt auf 50km einmal um die südlich von Osnabrück gelegene Stadt Georgsmarienhütte. Von Kloster Oesede aus geht der Freundschaftslauf über 850 Höhenmeter (4 Hügel waren das) durch den Teutoburger Wald.

Es war echt schön und eine total gelungene Veranstaltung. Es gibt keine Start und Ziellinie, keite Zeitnahme, dafür aber super Verpflegung und viele nette Leute. Nach einer Einweisung in die Straßenverkehrsordnung gab es den Rat sich besser an einen Berg- und Talführer (im gelben Hemd = schon 5mal gelaufen) oder einen Magister bergum et talum (im Roten Hemd = schon 10x gelaufen) zu hängen, will man nicht erst am 3. Advent zurückkehren. Man könne aber auch gerne versuchen den Wanderschildern zu folgen - eben der Null, die immer wieder weiß auf Baumstamm, weiß auf Straße, weiß auf Hauswand, etc. gemalt war. Es hätte also auch ein Osterlauf sein können. Ach ja einen Startschuß gab es auch nicht, statt dessen ein Norddeutsches 'und nu haut ab' - das war ein Spaß.

Leider fing es nach 20km an zu regenen und das kann ja so richtig pladdern da im Osnabrücker Land. Die Wege wurden auch immer besser (O-Ton des Organisators: es war jetzt 3 Tage trocken, da habe ich die Feuerwehr kommen lassen, dass sie uns die Wege etwas präpariert, wie es sich für eine Winter-Null gehört.) Überhaupt gibt es dort viele gute Sprüche und ein echt lockeres Klima. Fast alle sind Wiederholungstäter. Ich habe nicht nur 2 Nasen vom Emscherparklauf getroffen, sondern auch einige Swiss Jura Läufer. Knut musste leider nach 38km mit Schmerzen im Knie aufgeben. Da er 1/2h vor mir gestartet war, bin ich mit einer Duisburger Gruppe gelaufen. Die hatten einen Hund dabei, der die Strecke auch schon zum 5ten Mal lief. Dieses mittelgroße, schwarze Viech war einfach nicht totzukriegen. Noch bei km 39 sucht der sich einen Knüppel doppelt so dick wie seine Schnauze und mindestens so lang wie der ganze Hund und schleift den 3km mit sich herum. So langsam kam auch wieder die Sonne raus und da die Duisburger immer langsamer wurden, habe ich mich doch entschlossen, den Weg mal alleine zu suchen. So auf den letzten 10km kann ja nicht mehr viel passieren.

Es passierte auch nichts, ausser, dass es mir super gut ging. Ich bin die letzten km nur geflogen, alle anderen die noch auf der Strecke waren hab ich überholt, so schön war es. Der ganze Bürostress, die Angst, ob ich es mit meiner Erkältung überhaupt schaffe, alles ganz weit weg. Nur ein sonniger Tag im Spätherbst, an dem Sabine sich austoben durfte.

In der Turnhalle gab es hinterher noch reichlich Brot und Kuchen, viele geschichten und die Verleihung der roten und gelben Trikots für die neuen Führer, sowie die Ernennungsurkunden zur 'Null' - ich habe das nämlich jetzt schriftlich, dass ich eine Null bin.

P.S. ich habe gestern 1/2h gebraucht, den Matsch von meinen Schuhen zu kratzen.


© Sabine Weiss , Dezember 2000
kaiserpinguin@nexgo.de

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