Zufälliges Zitat

"Jetzt ist eine ganz andere Landschaft"

Friedemann Hecke beim 6-Tage-Bahnlauf-Richtungswechsel

Nächster Ultramarathon

Sebastian Roth , 14. Dezember 2003

Glückauf beim Untertage-Marathon

- Weltweit einziger Marathon in 700 Meter unter Tage -

Am 13.12.2003 wurde in einer Tiefe von 700 Meter unter der Erde der 2. Untertage-Sparkassen-Marathon ausgetragen. Ort der Veranstaltung war der Brügmann-Schacht, ein Kalisalzbergwerk im thüringischen Sondershausen. Insgesamt 1.240 Höhenmeter +/- waren auf der DLV-vermessenen Strecke von 42,195 Km in 4 Runden zu absolvieren.

Nach 3½ Minuten Einfahrt sahen die 273 Marathonläufer, die bei dem Lauf starteten, gigantische von Menschenhand geschaffene Hohlräume im Salz der über 220 Millionen Jahre alten Salzlagerstätte. Wer hier startete ahnte, dass er es mit einem Marathon unter außergewöhnlichen Härtebedingungen und klimatischen Extrembelastungen zu tun bekam.

Auf diese wiesen die Veranstalter, der SC im.puls Erfurt e.V. und der SV Glückauf Sondershausen, schon in der Ausschreibung hin. Neben der Pflicht, einen Helm zu tragen, erwies sich eine Kopflampe bei der nur schwach ausgeleuchteten Strecke als unabdingbar. Auf der Strecke war nur alle 40 - 50 Meter eine Leuchtstoffröhre angebracht. Temperaturen um die 27° C und eine Luftfeuchtigkeit von nur etwa 20 % zwangen die Läufer zu individuell taktischen Rennverläufen. Das Laufen auf der kurvenreichen Strecke zwischen abwechselnder Dunkelheit und Dämmerlicht, das stark profilierte Gelände mit steilen teils losen teils glatt polierten salzig-rutschigen An- und Abstiegen von bis zu 20 % förderte eine ab der dritten Runde spürbare Globalbelastung. Alle 2,5 Kilometer war ein Verpflegungsstand aufgebaut. Wer die Hälfte der Strecke nicht nach 2:45 h erreicht hatte, wurde aus dem Rennen genommen und im Halbmarathon gewertet.

Den Gesamtsieg nahmen bei den Herren Martin Wahl vom WSV Oberhof in 3:20:04 h und bei den Damen Andrea Ritter aus Apolda in 4:27:12 h mit nach Hause.

Nach einem verhaltenen Rennbeginn lag ich am Ende der zweiten Runde auf Platz 45. Durch meine jahrelange bergläuferische Erfahrung, ohne die es bei diesem Marathon fast unmöglich gewesen wäre diesen auch durchgängig laufend und nicht teilweise gehend durchzustehen, erreichte ich bis zum Laufende mit 3:57:40 h den 19. Gesamtplatz. Dies ergab den 4. Platz in der AK 30.

Mein Vater, Dr. Jakob Roth, beendet den Lauf als einer der ältesten Teilnehmer in 6:05:49 h. Während der Siegerehrung, welche in einem unterirdischen Festsaal durchgeführt wurde, sangen die Anwesenden das Bergmannslied. Glückauf!


© Sebastian Roth , 14. Dezember 2003
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