Zufälliges Zitat

"Auch wenn die Zeichen gerade alle gegen dich stehn und niemand auf dich wetten will, du brauchst hier keinem irgendeinen Beweis zu bringen, es sei denn es ist für dich selbst!"

Die Toten Hosen

Nächster Ultramarathon

Uli Schulte , 25. November 2004

Ultramarathon im Doppelpack

Eigentlich könnte ich ja mal wieder einen langen Lauf machen. Der letzte war der Zeitsprungmarathon vor 3 Wochen. Also in die Termine des Steppenhahn geschaut: da gibt's doch am Wochenende diesen Ultramarathon im Doppelpack bei Thorsten Themm in Ellerdorf. Norddeutsche Landschaft, flache Strecke, Novemberwetter - hört sich gut an. Also meinen Vereinskameraden Thorsten angerufen: "Ist noch ein Platz frei?" "Klaro, kannst auch bei uns übernachten!" . Hört sich noch besser an. Also am Freitag den täglichen Lauf auf "vor dem Aufstehen" verlegt - war auch mal nett - , nach Feierabend die Laufschuheinlagen vom Orthopädieschuhmacher geholt und ab gen Norden. Ich komme gut durch, nur vor dem Elbtunnel stockt der Verkehr etwas. Viel zu früh bin ich in Nortorf, wo Thorsten und Nicole wohnen. Sie sind noch mit Vorbereitungen in Ellerdorf beschäftigt. In der Nebenstraße ist ein Grieche - welch ein Zufall. Nach dem guten Essen gehe ich zu Thorsten und Nicole. Dort treffe ich auch Rene Wallesch und Martina Hausmann. Thomas aus Bocholt und seine verletzte Freundin stoßen dazu. In der außerordentlich geschmackvoll und gemütlich eingerichteten Wohnung meiner Lauffreunde fühle ich mich sofort pudelwohl. Am nächsten Morgen fahren wir in aller Frühe 3 km nach Ellerdorf. Dort gibt es um 7 Uhr ein schmackftes Frühstück mit Mettbrötchen und anderen Leckereien, und nachdem noch eine Reihe guter Bekannter eintrudeln, ist um 8 Uhr der Start. 4 Runden á 15 km oder wahlweise nur 3 Runden: ich entscheide mich für die 45 km im Hinblick auf den morgigen Lauf. Es ist eine schöne, flache Strecke, das Wetter ist kühl, manchmal nieselt es. Alle 5 km ist ein unbesetzter Verpflegungsstand, im Start / Zielbereich dann das große Verpflegungszelt, das nichts zu wünschen übrig lässt. Es läuft locker und gut bei mir, erst laufe ich mit Christian und dann eine lange Zeit mit Günter. Nach 5 Stunden und 37 Minuten beende ich meine 45 km Option. Nach dem Lauf kann man bei Thorstens Oma, die nur "Oma" heißt, genussvoll duschen, dann gibt's wieder Essen im Gemeinschaftsraum des Feuerwehrgerätehauses. Alles ist dermaßen nett, persönlich, engagiert und lecker - der absolute Hit! Nimm an einer überschaubaren, dörflichen, von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern durchgeführten Veranstaltung teil - und Du weißt, dass es in unserer Welt immer noch viele positive Dinge gibt. So, jetzt bin ich wirklich satt, aber als eine ältere Dame mir einen Teller Nachtisch vor die Nase stellt, mir über die Wange streichelt und sagt: "Iss nur, Jungchen, du kannst es vertragen!", lange ich noch einmal zu. Nun aber zurück zum Quartier, wo sich heute noch Hajo Meier und später auch Sigrid Eichner zu uns gesellen. Sigrid kommt soeben vom Marathon aus Afrika, will morgen die 6 Stunden laufen, um dann am Dienstag mit Rosi zum Marathon nach Japan zu fliegen... In der Nacht schlafe ich nicht gut, wache häufiger auf, viele Muskeln und vor allem die Füße tun mir weh. Aber das wird sich schon auf der Laufstrecke geben. Vielleicht probiere ich mal, abwechselnd mit verschiedenen Schuhen zu laufen, 2 Stunden mit den Bär Schuhen, 2 Stunden mit Asics, 2 Stunden mit Brooks - irgendwie sowas, denn ein Wechseln ist auf der 2,8 km Runde kein Problem. Am Sonntag Morgen wieder Frühstück bei der Feuerwehr und dann ab zum Start. Der kleine Rundkurs beginnt etwas vom Feuerwehrhaus entfernt, fleißige Helfer haben das Versorgungszelt irgendwann "in der Nacht" dort aufgebaut. Ich mag Rundenläufe. Ca. 20 Minuten pro Runde, und ich pack den Marathon Plus locker in 6 Stunden. Pünktlich um 8 Uhr ist Start, und rasch werden die Beine wieder geschmeidig. 5 Grad Minus - richtig klasse. Etwas Schnee und Reif auf den Feldern. Im Laufe des Vormittags wird es wärmer, das Thermometer steigt auf über 5 Grad Plus. Wieder gute Gespräche mit alten und neuen Bekannten. Die Lanschaft wird genossen. Nach 6 Stunden Plus habe ich 47,8 km auf dem "Tacho". Das reicht mir beim Doppelpack. Glücklich und zufrieden ziehe ich mich um, esse nochmal was, quatsche ein bisschen, bedanke mich bei allen und trete den Heimweg an. So gegen 18 Uhr bin ich wieder zu Hause bei meiner Familie.

Eine absolut suuuper Veranstaltung in Ellerdorf, dieser Ultramarathon im Doppelpack. 15 Euro Startgeld am Samstag und eine Spende für's Ronald Mc. Donald Kinderhaus am Sonntag. Spitzen Atmosphäre und klasse Verpflegung. Jetzt wisst Ihr, warum Ihr mich so selten auf den Großveranstaltungen seht. Dies hier mag ich einfach 10 Mal lieber. Nochmals vielen herzlichen Dank an Thorsten und Nicole, an Oma und alle Helferinnen und Helfer!


© Uli Schulte, 25. November 2004

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