Zufälliges Zitat

"Ich habe in letzter Zeit zuviel gemacht, das war nicht gut, deshalb laufe ich hier nur 24, weil ich habe in nächster Zeit ja noch das und das und das und..."

Dieter Albrecht beim 48er in Köln 2011

Nächster Ultramarathon

Alle zeigen - Bericht von Jürgen Hoffmann zum Löwenmarathon:
Jürgen Hoffmann , 23.10.2007

Laufen im WW...

Der Löwen-Marathon in Hachenburg ist immer im Oktober und seit 4 Jahren ist der funRunny immer dabei. Es ist ein Landschaftsmarathon mit humanen Anstiegen und Gefällen, ein richtiger Genuß-Lauf im goldenen Oktober.

Start war dieses Jahr leider auf 11:30 Uhr nach hinten verschoben, aber egal, Vereine die solche Marathons für läppische 18 Euronen veranstalten müssen einfach unterstützt werden.

Am Samstagmorgen war bei uns alles schön weiß überreift und die Sonne schien schon vom stahlblauen Himmel. Ein Blick aufs Thermometer zeigte 0,0°C, also kurze Hose, Hemd mit langen Armen, leichte Windjacke und zur Sicherheit Handschuhe eingesteckt und um 10:30 Uhr los nach Hachenburg. Als ich gegen 11:00 Uhr an der Rundsporthalle ankam, sah ich als erstes einen mir nicht unbekannten VW-Bus mit MK-Kennzeichen, aha, ich würde Gesellschaft haben. In der Halle dann die Startnummer geholt, aber keinen Bekannten gesehen. Zurück zum Auto und dann kam ein lautes Rufen hinter mir her, Jüüürgnnn… unverkennbar Günter Meinhold*. Ich winkte kurz, pappte die Startnummer aufs rechte Hosenbein und lief die Hundert Meter zum Start (die rituellen Salbungen und Klebungen hatte ich wegen der kurzen Anfahrt schon zu Hause erledigt).

Ich begrüßte meinen Lauffreund Günter und gratulierte nachträglich zum Trans Gaule Finish. Wir reihten uns im hinteren Teil des kleinen Starterfeldes ein und Günter plauderte noch mit der Lokal-Matadorin Sabine Schneider, die nach dem Start noch bis zur Stadtgrenze mit uns lief. Günter und ich liefen ganz gemütlich und beim ersten Anstieg ließen wir uns ganz zurückfallen, hinter uns war glaub’ ich nur noch der Vater von Volkers Sohn, also Franks Vater und die Feuerwehr, die die Straßen vorbildlich für die Läufer sicherte.

Wer Günter kennt, der weiß, Unterhaltung war garantiert, das Mundwerk stand nicht still… . Wir hatten gute Unterhaltung und Günters Etappenlauf-Markierungs-Erkennungs-Erfahrung verhinderte das Erste Verlaufen nach nur 3 Kilometern. Man hatte jetzt einen tollen Blick auf das Hachenburger Schloß, die Wälder und Wiesen rund um Hachenburg. Der Lauf kam uns schon jetzt wie ein Trainingslauf nur für uns beide vor, sonst war nämlich keiner mehr zu sehen. Verwundert sah ich die Lücken im Wald die auch hier Kyrill im Januar hinterlassen hatte, aber wie fast überall, nur Fichten wurden Opfer. Die erste Verpflegungsstation bei Km 5 war erreicht, wir tranken ein wenig Wasser und plauderten nett mit den Helfern, wir hatten ja Zeit, wer für 6 Stunden bezahlt, kann sie ja auch nutzen (sagen die Lahmen immer).

Wir liefen weiter durch typische Westerwälder Landschaft, Viehweiden mit Steinhaufen und Hecken, Mischwäldchen, Hügel und Windräder. An der zweiten Verpflegung kurz unter dem höchsten Punkt der Strecke, hatten es sich die Helfer bei einem Feuerchen gemütlich gemacht und sie trieben uns zur Eile, nützte aber nichts, wir schlurften gemütlich weiter. Nach weiteren ca. 2,5 Kilometern verstecken wir für Günter eine CocaColaflasche vom Selbstbedienungsverpflegungsstand für den Rückweg hinter einem Baum. Günter ist Cola-süchtig und hatte Not, so weit hinten im Feld nachher nichts mehr zu bekommen. Von nun an liefen wir leicht bergab runter zur Westerwälder Seenplatte. Auf dem Weg dorthin kamen wir aber erst noch zu meiner Lieblingsverpflegungsstation bei Km 15. Dort bestellte ich mir wie jedes Jahr eine Flasche HabuFlaBi für den Rückweg. Der führende Läufer begegnete uns hier, Mensch was waren wir langsam, sonst sah ich den Führenden immer erst am Golfplatz.

Dreimal mussten wir nun eine Straße queren, wieder gesichert durch die Feuerwehrleute, die ich immer mit „Hui Wäller“ begrüßte, ein „allemol“ war die Antwort. Wir unterhielten uns nun über den Beginn unserer „Laufkarrieren“ und was daraus geworden war. Den Golfplatz am Dreifelder Weiher querten wir nun und jetzt kam der für mich schönste Teil der Strecke, rund um einen Teil der Westerwälder Seenplatte. Grandiose Aussichten auf die stillen Weiher, keine andern Läufer und nur ein paar Sparziergänger.

Wirklich ein Marathon nur für Günter und mich. Günter verstöpselte jetzt seine Ohren, er wollte wohl Musik hören und versuchte mich „vor zu schicken“, aber ich wollte nicht alleine Laufen, noch nicht.

Auf dem Wurzelweg rund um den Dreifelder Weiher passierte es, ich hatte den ersten Sturz in meiner noch jungen Laufkarriere. Eine Wurzel im Sonnen-Schatten-Wechsel hatte ich übersehen, konnte mich aber mit den Händen gerade noch so abstützen. Natürlich kam gerade eine Wandergruppe älterer Herr- und Dämlichkeiten entgegen, „Vorsicht hier sind Wurzeln“ rufend, grmpfff. Nichts passiert, weiter. Wieder am Golfplatz vorbei und nun berghoch. Ungefähr so bei Kilometer 27 bemühte Günter seine hightec Uhr um die ungefähre Zielzeit zu erfahren. 4:55h wollte ich laufen, wären laut Günter auch gerade noch so drin. Da ich schon das Bier an meiner Lieblingsverpflegungsstelle roch, reifte in mir der Entschluß, nach dem HabuFlaBi jetzt doch ein wenig schneller zulaufen, für die dafür nötige Taktfrequenz hatte ich den MP3-Spieler in weiser Voraussicht eingesteckt. Günter lief ab der Verpflegungsstation vor, ich trank in Ruhe meine Flasche Bier, plauderte dabei mit den lieben Helfern, verkabelte mich und nahm die letzten 12 Kilometer mit den Ärzten, den DTH und Ramstein unter die Hufe.

Günter war an der versteckten Colaflasche ein- und überholt, und da, wo die Halbmarathonis kurz vor dem höchsten Punkt des Laufes auf die Strecke stießen, wurde es jetzt lebhafter. Ich weiß nicht was mich trieb, entgegen aller Vernunft und ohne Rücksicht auf mein Knie packte mich nun das Rennfieber. Ich ließ die Verpflegung aus und die Halbmarathonis (vermutlich der langsame Rest), wurden gnadenlos überholt. Nur noch eine schnelle Cola an der letzten Verpflegung und wie bekloppt dem Ziel entgegen. Ungefähr bei Kilometer 40 hörte ich trotz Ramstein schwere Schritte hinter mir, es wird doch wohl nicht…, doch, er war es, Günter! Der „alte dicke Mann“ wollte sich nur noch mal „zeigen“ wie er sagte. Respekt, nach der Laufleistung, die er in diesem Jahr absolvierte. Wir liefen nun gemeinsam durch die wunderschöne Hachenburger Altstadt ins Ziel. Mit 4:40h zwar jenseits unserer Bestzeiten, aber trotzdem auf den letzten 12 Km 15 Minuten gutgemacht.

Fazit: Ein wunderschöner Trainingsmarathon in wundervoller Landschaft mit für mich netter Begleitung. Wirklich schade, daß eine so tolle Veranstaltung (Bambinilauf, Schülerlauf 1800 m, 6 km Jedermannslauf, 6 km Walking, 10 km Lauf, Halbmarathon und Marathon) beim Marathon so wenig Zulauf hat (nur 115 im Ziel). Die tolle Organisation, liebe, freundliche Helfer und die moderate Startgebühr sollten eigentlich für mehr Teilnehmer sorgen.

Eine auch jetzt noch sehr schmerzhafte Zerrung in der rechten Oberkörperhälfte, als Andenken an den Sturz (hatte ich aber erst bemerkt, als ich zu Hause in die Badebütt geklettert bin), erinnern mich auch die nächsten Tage noch an diesen schönen Löwenlauf.

Jürgen (funRunny) Hoffmann, Neuss am 22.10.2007


© Jürgen Hoffmann, 23.10.2007

Weitere Info's und Berichte zum Lauf:


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