Tritt ein, bring Glück herein

Stop, leider geschlassen!

 

Jörg Hafner zum Internationaler Isarrun (26.05.2006) - Ultramarathon beim Steppenhahn (10.2000)

Zufälliges Zitat

"Es kommt nicht so sehr auf die Zeit an, die ein Läufer läuft. Jeder, der das Ziel erreicht, ist ein Held."

Dr. Ernst van Aaken

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Jörg Hafner , 26.05.2006

3. Internationaler IsarRun 2006 – 338 km von der Mündung bis zur Quelle

Worauf habe ich bloß eingelassen, als ich mich am IsarRun 2006 (www.isarrun.com) angemeldet habe? Ich habe immer gehofft, dass ich nicht von der Warteliste in die Teilnehmerliste rutsche. Aber dann war es soweit. Ich habe von Ulrich Welzel – Organisator des IsarRuns – die Teilnahmebestätigung bekommen.

Bei dem Grand Raid de La Reunion - 140km quer über die französische Insel bei Madagaskar in höchstens 60h im vergangenen Jahr habe ich von Kunibert Schmitz, ebenfalls Teilnehmer des Grand Raid de La Reunion, von diesem fantastischen Lauf erfahren. Gleich nach meiner Ankunft in Deutschland habe ich mich über den Lauf informiert und mich wenige Tage später auch angemeldet, ohne mir im Klaren darüber zu sein, was mich eigentlich erwartet und welcher zeitlicher Aufwand für das Training dahinter steckt. Aber Gott seid Dank war ich zunächst auf der Warteliste. Wie soll ich mich jetzt vorbereiten? Was passiert wenn ich keine endgültige Teilnahmebestätigung bekomme? Ich habe mich entschlossen, erst mit dem intensiven Training beginnen, wenn ich die Bestätigung bekomme.

Anfang Januar war es dann soweit und ich musste jetzt beginnen, viele viele Kilometer in der Woche zu laufen. Allerdings wurde mein Training bereits Anfang Januar durch eine Verletzung am Kopf und einem Loch im Trommelfell, welches operiert werden musste, unweigerlich gebremst. Somit konnte ich erst Ende Januar mit dem Training beginnen. Der erste Marathon für die Vorbereitung fand dann in Hamburg im Elbtunnel statt. Im Februar folgte dann der LüHa-Lauf: 75 km von Lübeck nach Hamburg. Im Februar habe ich im Vergleich zu den Vormonaten mein Training durchschnittlich von 50km auf 75km gesteigert. Im März wurden dann 100km wöchentlich daraus. Zur weiteren Vorbereitung gehörten dann ein der Holtenauer Geländemarathon Anfang April in Kiel, der Conergy Marathon in Hamburg am 23. April 2006, der Madrid Marathon am 30. April und der Hannover Marathon eine Woche später. Mein Training steigert sich auf 140km durchschnittlich in der Woche. Zur Vorbereitung gehörten auch Ausdauerläufe von Wedel nach Itzehoe (55km) und von Wedel nach Kiel-Pries (110km). Das müsste doch genug sein, oder?

Am 14. Mai 2006 war es dann soweit. Mit meinen Eltern trat ich am Sonntag Morgen die Reise mit dem Auto in Richtung Plattling an. Hier sollte die erste Etappe starten. Gegen 14:30 Uhr trafen wir rechtzeitig in Plattling ein. Zunächst wurden die Startunterlagen in Empfang genommen und das Quartier für die erste Nacht in der Turnhalle bezogen. Nachdem die Isomatte ausgerollt, der Schlafsack für die Nacht und der Rucksack für die erste Etappe am Montag vorbereitet worden ist, ging es gegen 18:00 Uhr gemeinsam zum Bürgerzentrum von Plattling, in dem wir vom Bürgermeister begrüßt worden sind. Nach einer Ansprache und dem ersten Briefing von Uli (Ulrich Welzel) gab es ein ausreichendes Abendessen mit genügend Getränken. Sehr lecker und reichhaltig. Anschließend wurde das Quartier bezogen und die letzten Vorbereitungen wurden abgeschlossen. Bereits um 21:00 Uhr fiel der Hammer.




1. Etappe: 15. Mai 2006. Von Plattling nach Dingolfing. 62km.
Das Rennen begann. Um 06:30 Uhr ging der Wecker, den man nicht brauchte, weil ein so großes Gewühle am Morgen startete, dass man von alleine wach wurde. Um 07:30 Uhr gab es Frühstück. Um 08:15 Uhr wurden die Taschen und Koffer auf dem LKW verladen. Um 08:30 Uhr ging es dann gemeinsam gut vorbereitet und ausgerüstet zum Start vor dem Bürgerzentrum. 600m erstes Eingehen zur Entspannung bevor es spannend wird. Um 08:30 Uhr waren wir dann vor dem Startbogen. 30min fiebriges Warten auf den Start. Die Spannung steigt. Für einige von den 56 Teilnehmern (60 Teilnehmer gemeldet) ist es bereits die zweite Teilnahme an diesem Rennen. Sie wussten also schon, worauf sie sich einlassen. Letzte wichtige Mitteilungen von Uli bevor pünktlich um 09:00 Uhr der Startschuss zur ersten Etappe von Platting nach Dingolfing fiel: 62km zum Einlaufen. Die ersten Kilometer waren recht deprimierend, da zunächst der Weg von Plattling zur Mündung der Isar zurückgelegt werden musste, der dann nach 12km dann wieder zurückgelaufen werden musste. Nach 2,5 Stunden war man dann wieder dort, wo man gestartet ist. Erst dann ging das Rennen richtig los. Zumindest für mich.

Die Verpflegungsstationen waren bei allen Etappen zwischen 7 km und 11 km im Durchschnitt von einander getrennt. Sie waren mit Bananen, belegten Brotstücken mit Wurst und Nutella, Gurken, Keksen, Schokolade, Müsliriegeln, Salzstangen, Eistee, Cola, Wasser, Orangensaft und anderen kleineren Leckereien, wie Gummibärchen, besser ausgestattet als bei so manch einem großen Marathon. Die Verpflegung war so abwechselungsreich, dass man sogar noch nach fünf Tagen, sich auf das Essen freuen konnte. An den Verpflegungspunkten wurden die erforderlichen notwendigen Kalorien zugefügt und schnellstens die Trinkwasserbehälter aufgefüllt. Einige hatten einen Gurt mit einer Trinkflasche und andere einen Rucksack mit einem Trinkschlauch, zu denen ich auch gehörte.

Die erste Etappe ging relativ mühelos vorüber. Bei gutem Wetter erreichte ich nach 7:47h das Ziel in Dingolfing. Der erste, Rene Strosny, hatte lediglich 4:56h benötigt. Unglaublich.

Nach dem Zieleinlauf begann sofort die Regernationszeit. Im Hotel Seethaler Bräu wurde das Quartier bezogen. Die Läufer schliefen im Speisesaal. Im Zelt. In Zimmern. Einige Läufer hatten das Glück ein Bett beziehen zu dürfen. Die anderen mussten auf Feldbetten oder wie ich auf Matrazen nächtigen. Aber nach einem solchen Lauf ist man froh, wenn man sich überhaupt irgendwo hinlegen konnte. Um 18:30 Uhr fand wie jeden Abend das Abendessen mit anschießendem Briefing und der Etappensiegerehrung statt.

Die erste Etappe hatten Rene Strosny (4:56h), Jürgen Schoch (5:19h) und Thomas Mirz (5:19h) bei den Männern und Carmen Hildebrand (5:28h), Ute Wollenberg (6:12h) und Angela Ngamkam (7:13h) gewonnen.


2. Etappe: 16. Mai 2006. Von Dingolfing nach Freising. 75km.
Die zweite Etappe startet am 16. Mai 2006. Es ging bereits um 05:00 Uhr aus den Federn. Der Start erfolgt wie bei den darauf folgenden Etappen auch immer in zwei Startgruppen. Die Läufer, die einen Kilometerdurchschnitt von unter 7min hatten wurden der zweiten Startgruppe zugeteilt. Dies hatte den Sinn, dass das Teilnehmerfeld enger zusammengehalten werden sollte. Ich gehörte immer zu der ersten langsameren Startgruppe, was mir auch ganz recht war. Nach dem Frühstück startete das Rennen direkt vor dem Hotel. Die zweite Etappe sollte von Dingolfing nach Freising gehen. 75km. Die längste Etappe. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hatte ich mich nach ca. 10km gut eingelaufen. Leichter Nieselregen stellte sich ein, der lange anhielt.
Der erste Einbruch man dann nach ca. 30km, von dem ich mich nach weiteren ca. 15km wieder erholt hatte. Ich wusste, die nächsten 30km werden hart. Ich durfte mich nicht verrückt machen und musste die Sache ein wenig ruhiger angehen lassen. Schließlich erwarteten mich noch fast 230km. Also habe ich das Tempo start reduziert, um mich nicht zu stark zu verausgaben.
Das hat auch wunderbar funktioniert. Nach 10:33h erreichte ich ein wenig erschöpft das Ziel am Hotel Lerner in Freising. Leider hatte ich unterwegs ein wenig Pech. Mein Trinkbeutel hatte ein Loch und ich verlor permanent Wasser. Dank einer Helferin an einem Verpflegungspunkt habe ich für den Reststrecke eine Ersatzflasche bekommen. Für die folgenden Tage musste ich mich dann auch einen Trinkgurt umstellen, den ich zum Glück als Reserve dabei hatte.

Rene Strosny hatte wieder die Etappe gewonnen. In unglaublichen 6:14h. Zweiter bei den Herren wurde Hans-Theo-Hunholdt (6:48h) und dritter Thomas Mirz (6:48h). Bei den Frauen gewann nicht unerwartet Carmen Hildebrand (6:59h). Zweite wurde Ute Wollenberg (8:25h) und dritte Lisa Lusskandl (9:41h).


3. Etappe: 17. Mai 2006. Von Freising durch München nach Wolfratshausen. 73km.
Wieder ging es um 05:00 Uhr aus den Federn und der Start erfolgt um 07:00 Uhr. Für mich war es dich schönste und erfolgreichste Etappe bis 15km vor dem Ziel. Ich lief relativ entspannt und ausgeruht. Der schönste Teil der Strecke war der Abschnitt in München, an dem auch einige Freizeitsportler uns angefeuert und einige Spaziergänger doch ein wenig verwundert angeschaut haben. Die konnten kaum glauben dass, wir zu dem Zeitpunkt fast 170km an 2,5 Tagen zurückgelegt haben.
Die letzten 15km waren allerdings eher schwierig für mich. Die ersten Probleme an meinem rechten Fuß stellten sich ein. Ich hatte bereits in den vergangenen Wochen Probleme am rechten Fuß während des Trainings gehabt und dachte, dass ich die Entzündung in meinem Fuß bereits auskuriert hätte. Das schien aber nicht der Fall gewesen zu sein. Die letzten 15km bin ich dann ein wenig ruhiger gelaufen. Einige Passagen mussten auch gehend zurückgelegt werden, um den Fuß nicht allzu sehr zu belasten. Nach 9:31h erreichte ich nach einem langen Anstieg das Hotel Humplebräu in Wolfratshausen. Geschafft. Aber der Fuß schmerzte stärker als ich erwartet hatte. Ich kühlte den Fuß und versorgte ihn sofort mit einer schmerzstillenden Salbe. Nach dem Abendessen, dem Briefing und der Etappensiegerehrung habe ich sofort das Nachlager bezogen.

Die Etappensieger waren mit denen der ersten Etappe sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen identisch. Rene Strosny (5:54h), Jürgen Schoch (6:25h), Thomas Mirz (6:25h). Carmen Hildebrand (6:33h), Ute Wollenberg (8:02h), Angela Ngamkam (9:42h).


4. Etappe: 18. Mai 2006. Von Wolfratshausen nach Fall. 61km.
Das war der schlimmste Tag für mich. Nach einer unruhigen Nacht und fast unaufhörlichen Schmerzen bekam ich die Beine kaum auf den Boden gestellt. Die Schmerzen im rechten Fuß waren wesentlich schlimmer als ich es geahnt hatte. Um 07:00 Uhr war der Start. Starten wollte ich auf jeden Fall. Mich tröstete das nicht, dass wir bereits über die Hälfte geschafft haben. Über 120km standen noch auf dem Programm. Wie soll ich das schaffen, wenn ich kaum stehen geschweige denn gehen konnte? Nach einigen Metern laufen, musste ich bereits gehen. Bevor eine kurze Abstiegspassage kam, hatte Angela Ngamkam mich von hinten eingeholt. Sie fragte, was los ist und „zwang“ mich weiterzulaufen. Nach 11km wollte ich aufgeben. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Nach einer Aufmunterung von Angela machte sie mir Mut und sagte mir, dass nach ein paar Kilometern der Muskel warm werden und der Schmerz nachlassen würde. Wie viele Kilometer sollten dass sein?
Erst nach dem zweiten Verpflegungspunkt und nach weiteren drei Kilometern stellte sich erst eine leichte Linderung ein. Der Muskel im Fuß wurde wärmer. An ein Abrollen des rechten Fußes war dennoch nicht zu denken. Ich biss die Zähne zusammen und quälte mich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Die Schmerzen zogen sich mittlerweile vom Fuß über der das Schienbein zum Knie. Und es wurde schlimmer. Aber irgendwie habe ich es geschafft, die Berge zu bezwingen. Das bergauf Laufen war einfacher als das bergab Laufen für mich. Angela hat mich immer wieder ermuntert weiterzulaufen und daran zu denken, am kommenden Tag im Ziel anzukommen. Sollte mich das wirklich aufbauen? Was ist mit morgen? 67km standen auf dem Programm. Wenn es genauso schlimm ist wie heute, wie soll ich es denn schaffen?

Nach 7:58h kam ich im Sporthotel Jäger von Fall an. Dank eines Whirlpools und ausreichenden kühlenden Mitteln konnte ich meinen Fuß soweit bringen, die Schwellung zurückzudrängen. Wieder ging es gleich nach der Etappensiegerehrung ins Bett. Schließlich war auch wieder am nächsten Tag der Wecker auf 05:00 Uhr für die erste Startgruppe gestellt.

Die Etappensieger von der Etappe ein und drei konnten sich auch wieder an diesem Abend die Plätze untereinander teilen: Rene Strosny (4:51h), Jürgen Schoch (5:15h), Thomas Mirz (5:17h) bei den Männern und Carmen Hildebrand (5:35h), Ute Wollenberg (7:05h) und Angela Ngamkam (7:58h) gewonnen.



5. Etappe letzte Etappe: 19. Mai 2006. Von Fall nach Scharnitz (Österreich). 67km.
Die Strecke wurde allerdings ein wenig verkürzt, da das Ziel dieses Jahr direkt an die Isarquelle verlegt worden ist. Im vergangenen Jahr war das Ziel auf dem Marktplatz in Scharnitz. Das bedeutete, dass an der Israrquelle gedreht wurde und dieselbe Strecke bis Scharnitz zurückgelaufen wurde. Dieses haben wir erst am Vorabend erfahren.
Die Isar entspringt ca. 15km östlich von Scharnitz in Tirol. Im Hinterautal. Kurz vor der Kastenalm auf 1200m, im Zentrum des Karwendelgebirges, bei den sogenannten "Flüssen". Unscheinbar, umrahmt von Bergblumen sprudelt das Wasser an mehreren Stellen aus dem Boden hervor. Diese Quellwasser vereinen sich mit dem Lafatscherbach, der von der Hallerangeralm auf 1760m Höhe herabfließt. Laut alten Aufzeichnungen entspringt die Isar daher auch am Halleranger. Auf ihrer ersten Etappe, durch das stille Hinterautal, nimmt sie die Wasser des Karwendels auf und fällt 200m bis nach Scharnitz ab. Die "Reißende", wie ihr alter keltischer Name "Isara" heißt, wird hier ihrem Namen gerecht. Sobald die Isar aus dem Karwendel heraustritt, in das breite, während der Eiszeit ausgewaschene Gletschertal zwischen Scharnitz und Mittenwald, hat auch ihr ungezwungenes freies Leben ein Ende.

Aber nützt mir die Verkürzung überhaupt etwas? Kann ich überhaupt starten? Als ich am Morgen aufwachte, stellte ich fest, dass die Schwellung am Fuß nicht zurückgegangen ist und die handgroße Entzündung mittlerweile in das Schienbein hochgezogen ist. Als Helmut Schieke, erfahrener Ultraläufer und zuständig für den Einkauf beim Isarrun, sagte, dass es nicht mehr schlimmer werden würde, hat es mir nicht besonders viel Mut gemacht. Aber ich wollte starten. Komme was wolle.
Um 07:00 Uhr ging es los. Die ersten Kilometer waren schwierig. Aber immer noch besser als ich erwartet hätte. Auftreten konnte ich kaum aber mit einem Willen ins Ziel zukommen geht alles. Zähne zusammenbeißen und durch. Das Abrollen ersparte ich mir. An ein Gehen war nicht zu denken. Ich musste im langsamen Trapp versuchen, nicht zum Stillstand zukommen. Bergauf. Bergab. Immer weiter. Von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. 17km vor dem Ziel entschloss ich mich meine Socken aufzuschneiden und die Schuhe noch lockerer zu schnüren als ohnehin schon. Aber das wahrscheinlich meine Rettung. Kilometer für Kilometer kam ich dem Ziel langsam näher. Bereits am Verpflegungspunkt sechs an der Isarquelle angekommen, ging es dann noch zwei Kilometer zur Kastenalm hoch und wieder zurück zur Isarquelle.
Bereits ins Ziel gekommene Läufer feuerten die noch Laufenden an. Das hat uns bei den letzten Kilometern Mut gemacht. Nach 8:25h war das Martyrium zu Ende. Geschafft. Nach insgesamt 44:16h und 338km war das Rennen zu Ende. Völlig erschöpft habe ich meine Füße in der eiskalten Isar gekühlt. Wie habe ich das bloß geschafft. Die Schmerzen sind mittlerweile unerträglich geworden und ich kann kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen. Unglaublich, was der Körper alles mitmachen kann, habe ich bereits auf Reunion erfahren: 62 Stunden ohne Schlaf konnte ich mir auch nicht vorstellen. Jetzt ist mir klar, dass der Körper einiges aushalten kann, wenn man ihn richtig darauf vorbereitet und auch metal dazu stark genug ist, dieses durchzuhalten.

Es waren alle glücklich ins Ziel gekommen zu sein. Lediglich an den ersten beiden Tagen sind lediglich sieben Läufer aus der Wertung genommen. Sei es verletzungsbedingt oder dadurch, dass die Läufer das Zeitlimit von 9min pro Kilometer nicht geschafft haben. Alle anderen Läufer haben es bis zum bitteren Ende gekämpft und sind im Ziel angekommen.


Nach der ersten Regeneration und der Freude über den persönlichen Erfolg und über den der anderen, ging es dann mit einem heimischen Bauern auf einem Anhänger zurück in das Tal zum Hotel Risser Hof.


Die Etappensieger lauteten diesmal: Rene Strosny (4:44h), Thomas Mirz (5:15h), Jürgen Schoch (5:22) bei den Männern und Carmen Hildebrand (5:25h), Angela Ngamkam (6:24h), Ute Wollenberg (7:21h).



Am Abend gab es dann das obligatorische Abendessen und die Siegerehrung. Jeder erhielt persönlich seine Urkunde von der Bürgermeisterin von Scharnitz überreicht. Die großen der letzten fünf Tagen und die Sieger in der Gesamtwertung waren:

1. Rene Strosny (26:41h)
2. Thomas Mirz (29:06h)
3. Jürgen Schoch (29:11h)

1. Carmen Hildebrand (30:02h)
2. Ute Wollenberg (37:06h)
3. Angela Ngamkam (42:11h)



Am 20. Mai 2006 ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück und den letzten Verabschiedungen auf die Heimreise. Ich war so am Ende, dass ich das Fahren lieber meinen Eltern überlassen habe. Selbst jetzt beim Schreiben dieses Erlebnisberichtes liege ich mit Eisbeuteln in meinem Bett und versuche, mich soweit so erholen, dass ich morgen wieder problemlos zur Arbeit gehen kann.

Es war eine tolle Erfahrung und ich habe viele nette Menschen kennen gelernt, die mir immer wieder Mut gemacht haben. Mein besonderer Dank gilt Angela Ngamkam und Manfred Michlits, die mich auf vielen Teiletappen begleitet haben und mir immer wieder Mut gemacht haben, sowie meiner Freundin Stefanie, die mir während des Rennens immer wieder gut zugeredet hat und mich während der Wettkampfvorbereitung mit allen Mitteln unterstützt hat. Auch möchte ich mich bei meinen Eltern bedanken, die mich während der fünf Tage begleitet haben und mir auch immer wieder Mut gemacht haben. Ohne meine Freundin und meiner Familie wäre dieser persönliche Erfolg nicht zu Stande gekommen.


Was kommt als nächstes? Ich stecke bereits in der Vorbereitung für den Dschungel Marathon in Brasilien im Oktober: 200km an 7 Tagen. (www.junglemarathon.com). Das nächste Abenteuer ruft.




Etappenorte

Plattling (http://www.plattling.de)
Plattling ist eine liebenswerte Nibelungenstadt mit vielen liebevoll restaurierten Häusern und reizvollen Blickwinkeln, ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für herrliche Ausflüge in den Bayerischen Wald, in das "Bayerische Venedig" - Passau, oder zu den vielen Sehenswürdigkeiten in der näheren und weiteren Umgebung sein kann. Im Sommer wie im Winter ist Plattling eine Reise wert. Der Unternehmungslust sind keine Grenzen gesetzt.
Wir freuen uns wenn der 1. Bürgermeister Erich Schmidt in diesem Jahr die Startpistole in den Himmel reckt und die Läufer vor dem Bürgerspital in Bewegung setzt.


Dingolfing (http://www.dingolfing.de)
Die niederbayrische Kreisstadt (Landkreis Dingolfing-Landau), die 2001 ihr 750-jähriges Stadtjubiläum feiern konnte, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im Mittelalter weit über die Landesgrenzen für ihre Tuche bekannt, ist hier heute eines der größten Automobilwerke Europas angesiedelt, das Dingolfing zum Industriezentrum Ostbayerns macht. Trotzdem noch liebenswert und überschaubar geblieben, bietet Dingolfing neben vielen interessanten Sehenswürdigkeiten die verschiedensten Freizeitmöglichkeiten.


Freising (http://www.freising.de)
Ziel des zweiten Etappenortes ist die älteste Stadt zwischen Regensburg und Bozen, eine Stadt mit Geschichte und mit Zukunft!
Freising besticht durch das historische Zentrum mit seinen zahlreichen Baudenkmälern und dokumentiert auch heute noch die Bedeutung der alten Bischofsstadt, deren Historie sich fast 1300 Jahre zurückverfolgen lässt. Mariendom und Diözesanmuseum, die größte Sammlung kirchlicher Kunst in Deutschland, zählen zu den herausragenden, überregional bedeutsamen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt, die nicht umsonst als das "Herz Altbayerns" gilt. Doch nicht nur zahlreiche Baudenkmäler, auch zeitgenössische Kunstwerke, die bekannten Besuchergärten im Lehr-, Forschungs- und Wissenschaftszentrum Weihenstephan, moderne Sport- und Freizeitstätten sowie ein reges, vielfältiges Kulturangebot machen Freising mit seinen renommierten Universitäts-, Hochschul- und Schuleinrichtungen besonders lebens- und liebenswert.


Wolfratshausen (http://www.wolfratshausen.de)
In einer Urkunde vom 30. Juni 1003 des Königs Heinrich II. wurde der Name Wolfratshausen als „wolveradeshusun", 577m über dem Meer gelegen, erstmals am Hofe zu Regensburg in Zusammenhang mit der Abgrenzung eines Jagdgebietes erwähnt. Um 1100 errichtete Graf Otto II. aus dem Geschlecht der Grafen von Dießen - Andechs am nördlichen Berghügel eine beherrschende Burg. Unter ihrem Schutz entstand zwischen dem westlichen Berghang und der Loisach eine Ortschaft, die ab 1280 als Markt bezeichnet wurde.

Schon im 15. Jahrhundert nutzte man die Loisach bzw. die Isar als Wasserstraße. Die Flößerei wurde das wichtigste Handwerk der Wolfratshauser. Heute noch fahren von Anfang Mai bis Mitte September Flöße nach München, jedoch nicht mehr zur Beförderung von Wirtschaftsgütern sondern zum Vergnügen der mitfahrenden Menschen, die oft von weither angereist kommen. Die Floßfahrt ist heute ein besonderes Erlebnis. Mit Musik und zünftiger Brotzeit gleitet man auf den Spuren der alten Flößer, die sich damals damit ihren Lebensunterhalt schwer verdient haben, vergnüglich durch das Isartal hinab.


Fall
Den Namen erlangte dieser Aussichtspunkt in den dreißiger Jahren des vorherigen Jahrhunderts. Um die schönen Ausblicke auf die Isar und die nahe gelegenen Berge zu genießen, kamen unzählige Maler aus dem Münchner Umfeld und haben das Gesehene auf Leinwand festgehalten. Vorbei an Bad Tölz, die Gipfel des Karwendelgebirges immer vor Augen, durchlaufen wir die Heimat von Ludwig Thoma. Hier geht es zum Abschluß der Etappe über den Rauchenberg. Zu der Jahreszeit großartig zu laufen. In manchen Passagen hört und sieht man wie das Wasser in Wasserfälle ins Tal rauscht. Wie die ersten frischen Frühlingsblumen Knospen entwickeln und wie der Frühling die jungen Triebe der Bäume im Sonnenlicht platzen lässt. Das frische Grün wird uns den Rest des IsarRuns begleiten.

Das alte Fall - Ort der Handlung des Ludwig Ganghofer-Romans „Der Jäger von Fall“ versank unmittelbar nördlich der Brücke im Sylvenstein-Stausee.


Scharnitz
Ziel der letzten Etappe ist Scharnitz in Tirol. In frühmittelalterlichen Urkunden wird mit "Scharnitz" ein unwirtlicher Wald zwischen Walchensee und Seefeld in Tirol bezeichnet. In Scharnitz befand sich das römische Kastell "Scarbia" zwischen Karwendel- und Wettersteingebirge. Im Mittelalter war Scharnitz eine wichtige Eingangspforte nach Tirol an der Handelsroute Venedig-Augsburg. 1633, während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Talsperre Porta Claudia errichtet, nach der ehemaligen Tiroler Landesfürstin Claudia von Medici benannt. Reste davon können heute noch besichtigt werden.

Der idyllische Ort an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland wartet mit einem vielfältigen Schatz an Erlebnissen für jede Jahreszeit und jedes Wetter auf. Auf 964 Metern Seehöhe gelegen und mit 1.600 Einwohnern, angesiedelt an Berg und Fluss, hat man einen großartigen Ausblick auf das Karwendelgebirge.

Im Sommer gilt es als Eldorado für Spaziergänger und Wanderer, als Start- und Zielpunkt für faszinierende Touren im schönsten Naturschutzgebiet der nördlichen Kalkalpen: dem Alpenpark Karwendel. Ob mit Berg,- oder Laufschuhen oder Mountainbike - den Gästen bleibt die Qual der Wahl! Empfehlenswert: ein erster Rundblick von der Adlerkanzel: Sie bietet einen herrlichen Panoramablick über Ihren “Stützpunkt” von Scharnitz das Gebirgsmassiv. Ebenso anziehend ist der “Blickfang” Kalvarienberg; von hier führt ein malerischer Weg zur Porta Claudia westlich der Straße von Scharnitz-Mittenwald. War sie früher ein Prunkstück neuzeitlicher Festungsbaukunst und eng mit so bedeutenden Namen wie der Landesfürstin Claudia von Medici und Napoleon und damit dem Freiheitskampf der widerspenstigen Tiroler verbunden, so ist sie heute im Gemeindewappen von Scharnitz verewigt, als mächtiger bezinnter Torbogen.

Weitere historische, geologische und biologische Besonderheiten lassen sich nicht nur unter freiem Himmel, sondern auch im Infozentrum Karwendel-Scharnitz entdecken- eine Fundgrube für Forscher und solche, die es werden möchten. Für kulturbegeisterte ist Scharnitz ohnehin die Drehscheibe schlechthin, befinden sich doch Innsbruck, Oberammergau oder Murnau in nächster Nähe.


© Jörg Hafner, 26.05.2006

Weitere Info's und Berichte zum Lauf:


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