Zufälliges Zitat

"Der dritte Tag ist der "Warum?"-Tag"

Dr. Harald Pamminger zu Etappenläufen

Nächster Ultramarathon

Daniela Schulte (14, marathonmaus) , 28. April 2004

Ein wunderschöner Lauf

Papa (Uli Schulte) kam in Rotenburg / Fulda (6 Std. Lauf) auf die Idee, dass ich ja eigentlich bei der Hazquerung die 25km Strecke laufen könnte. Ich war unschlüssig, doch als wir unterwegs waren, gab es kein Zurück mehr...

Am Mittag fuhren wir los. Die Fahrt verlief gut, und als wir nach drei Stunden da waren, richteten wir uns in der Turnhalle ein. Abends ging es zum Italiener, wo alles ein bisschen durcheinander lief. Dann noch zum Kartoffelhaus, zum Treffen des 100 Marathon Clubs. Als wir dann in die Turnhalle kamen, gingen wir schnell schlafen, um am nächsten Tag fit zu sein. Die Nacht verlief so naja,...! Einige schnarchten sehr laut, und dann klingelte ein Wecker, der nicht ausgestellt wurde. Aber das tut nicht wirklich was zur Sache.

Samstag Morgen hieß es früh aufstehen, denn der Lauf sollte ja schon um halb neun beginnen. Frisch machen, anziehen, essen und dann zum Start. Die ersten zwei bis drei Kilometer gingen steil bergauf, so dass man gleich am Anfang gehen musste. "Der Lauf gefällt mir, da hat man wenigstens eine Ausrede für die Gehpausen", teilte ich sogleich meinen Laufpartnern, Gabi (Frau Werwolf) und Papa mit. Die Landschaft war einfach traumhaft. Als mich meine Mitläufer abgehängt hatten, war ich ganz allein in der Natur und geriet ins Schwärmen. Ich hörte nur manchmal Lothar (Gehrke, 100 MC) mit seinen "Laufstöcken" hinter mir klackern. Aber sonst gab es nur den Wind, der die Blätter der Bäume streifte. Teilweise war es für mich wie eine Märchenlandschaft. Ein Abschnitt des Weges war besonders schön: Man kreuzt eine geteerte Straße und läuft dann einen schmalen Pfad entlang. Die herabhängenden Äste der Tannen streifen einem durchs Haar. Wenn man zur Seite blickt, sieht man zwischen den dunklen Baumreihen Moos hell hervorschimmern. Ich lief da durch und wurde von einer seltsamen Freude erfüllt, vergaß völlig, dass ich überhaupt am laufen war. Dann ging es weiter des Weges. Mittlerweile hatte ich Papa und Gabi wieder eingeholt. Nach einiger Zeit bekam ich Durst, und Gabi gab mir etwas von ihrem Trinken. Bald kam das Schild "500 Meter Verpflegungsstand". Darauf hatte ich mich gefreut, und als ich mir Essen genommen hatte, zog ich auch schon weiter, meine Laufkumpanen knapp vor mir. Dann kam ein ziemlich steiler Berg, wo man gehen musste. Danach ging es laufend weiter und wieder genoss ich die Landschaft. Die Strecke führte an mehreren Hütten vorbei. Nachdem es immer wieder hoch und runter gegangen war, musste man eine kleine Autostraße überqueren. Danach ging es über eine kleine Brücke, eher ein Brückchen, und dann kam der für mich schwerste Berg auf der 25km Strecke. Da konnte ich wirklich nur "kriechen". Kurz danach das Schild: 500 Meter Verpflegungsstand. Endlich! Als ich da ankam, hatte ich schon 20 Kilometer geschafft, und Gabi musste ein Foto schießen, dann noch eins, dann noch eins. Von hier trennten sich die Wege. Papa und Gabi mussten nach Nordhausen, ich nach Benneckenstein. Von da an war ich ganz alleine auf einer öden Teerstraße. Als ich mein Essen vertilgt hatte, kam mir der Weg unendlich lang vor. Doch ein Mountainbiker, der die Strecke abfuhr, begleitete mich ein Stück. Noch zwei Kilometer, dann würde ich da sein. Der Weg führte mich ins Dorf. Ich bog um eine Ecke, und schon war ich im Ziel. Ich wurde herzlich empfangen, und nachdem ich mich umgezogen hatte, wurde ich wieder nach Werningerode gefahren. Mama und ich gondelten noch durch die Stadt. Ich hatte keinen Muskelkater, und auch während des Laufs verspürte ich keine Schmerzen. Ich glaube, das lag daran, dass ich mich nur auf die schöne Landschaft konzentriert hatte.

Die anschließende Heimfahrt nach Schwanewede war das Ende eines ereignisreichen Tages.


© Daniela Schulte (14, marathonmaus), 28. April 2004

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