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"Any day that you don't finish a run is still a day you went out for a beautiful run. If that's the downside, then there's no downside!"

Danny Dreyer

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Alle zeigen - Bericht von Carsten Dietz zum Amman Dead Sea Ultra Marathon:
Carsten Dietz , 17.08.2007

Dead Sea Ultra Marathon - 48,7 km durch die Wüste

Dead Sea Ultra Marathon - 48,7 km durch die Wüste
Eines der Höhepunkte im Läuferleben ist der Dead-Sea-Marathon in Jordanien. Ich habe
mich im letzten Jahr entschlossen diesen Erlebnis Marathon mitzumachen. Also buchte ich
eine 8-tägige Jordanien-Rundreise bei einem Laufreisenanbieter. Am 4. April 2006 ging es
los. Anreise zum Flughafen nach Frankfurt. Dort fand ein erster Kontakt mit Christian dem
Reiseleiter und den Mitreisenden statt. In Amman, der Hauptstadt Jordaniens angekommen,
war offizielle Begrüßung der Reisegruppe. Der jordanische Reiseleiter Osama wurde uns
vorgestellt. Er würde unsere Reisegruppe von jetzt an begleiten. Während der ersten Tage
waren wir im Hinblick auf den Marathon etwas angespannt, zumindest die aktiven
Teilnehmer. Am 6.4 fand die Pasta Party im Grand Hyatt in Amman statt. Es gab ein Buffet
mit Salaten, Vorspeisen, Pastagerichten, sonstigen Gerichte - auch Fleisch, Obst und
Desserts in allen Varianten. Das ganze in 5-Sterne Qualität. Ein Ballsaal war komplett
eingedeckt mit runden Tischen, Tischdecken, Porzellan, Silberbesteck und Kristallgläsern.
Diese „Pasta“-Party ist wohl weltweit einmalig. Der Marathon steht obligatorisch unter der
Schirmherrschaft von Prinz Raad Bin Zeid, der auch anwesend war. Die deutschen
Reisegruppen wurden zum Gruppenfoto mit Prinz gebeten. Da ich als eher kleiner Mensch
vorne mittig kniete hatte ich die Ehre dem Prinzen als Stütze zu dienen (Der Prinz war nicht
mehr der Jüngste). Darüber haben sich meine Mitreisenden dann amüsiert: „Du bist eine
Stütze für das Land… „
Am Marathontag war um 3:00 Uhr Weckruf. Da das Frühstück erst um 4:00 Uhr beginnen
sollte, habe ich mich gleich wieder umgedreht und bis um 3:50 Uhr weitergeschlafen. Zum
Frühstück gab’ s dann helles Brot mit Honig und Marmelade um die Leberspeicher wieder zu
füllen. Danach Abfahrt zum Check-In beim Ultra Marathon Startbereich. Von hieraus wurden
die Läufer, die kürzere Strecken absolvierten, also normaler Marathon, Halbmarathon und 10
km Lauf, mit Shuttle-Bussen zu Ihrem Startbereich gefahren. Gemeinsames Ziel war der
Amman Beach am Toten Meer. Amman liegt ca. 900 Meter über dem Meeresspiegel. Das
Tote Meer dagegen 400 Meter unter NN. Dies bedeutet aufgrund des Höhenunterschiedes
einen Temperaturunterschied von 10 Grad. Das heißt, 15 Grad in Amman entsprechen 25
Grad am Totem Meer. Zum Startzeitpunkt um 7:00 Uhr war es in Amman noch relativ kühl.
Es war während des gesamten Vormittags trocken und bedeckt, was uns sehr entgegen kam.
Der Prinz gab höchstpersönlich den Startschuss ab. Das Streckenprofil war überwiegend
absteigend. Auf den ersten 10 km wechselten sich moderate Neigungen und Steigungen ab,
danach ging es 30 km bergab und die letzten 10 km waren flach. Mein Ziel war es, den Lauf
möglicht im Fettverbrennungsbereich, das sind bei mir unter 135 Pulsschläge, durchzulaufen.
Ich wollte mich nicht übernehmen, da bei mir am 23.4 der Hamburg Marathon auf dem
Programm stand. Der Ultra sollte ein langer Vorbereitungslauf für Hamburg sein. Trotzdem
hatte ich mir vorgenommen unter 5 Stunden zu bleiben. Die ersten Kilometer flogen nur so
an uns vorbei. Jeder Kilometer war ausgeschildert und alle 3 Kilometer gab es eine Wasser-
Station. Zu Essen gab es Unterwegs nichts. Vorsorglich hatte ich mich mit Squeezy-Gel
ausgestattet. Das Bergablaufen ging wie von alleine. Zeitweise lief ich einen Schnitt von 4:45
min/km ohne Anstrengung. Im Laufe der Zeit wurde es immer wärmer. Nach ca. 30 KM
konnte ich meinen Puls nicht mehr niedrig halten. Daher versuchte ich in einer angenehmen
Geschwindigkeit, nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell die restliche Strecke zu
bewältigen. Bis zum Ende der Strecke ging mein Puls dann doch noch auf 160 Schläge. Im
Ziel angekommen ging es mir gut. Meine Zeit betrug 4:44:22. Damit war ich mehr als
zufrieden. Im Zielbereich war großer Trubel mit Musik, Essen und Trinken. Hier kamen alle
Läufer zusammen, die Begleitpersonen waren vor Ort und auch viele Jordanier genossen
das Spektakel. Hier fand auch später die Siegerehrung statt. Ich begab mich zunächst in das
Tote Meer, um auf dem Rücken treibend meine müden Muskeln zu entspannen. Der
Salzgehalt von fast 30% sorgt für den nötigen Auftrieb. Dabei merkte ich auch die Stellen,
die sich während des Laufes abgeschürft hatten. Ein fieses Brennen im Schritt auf das ich
gerne verzichtet hätte. Danach gönnte ich mir erstmal ein Bier und eine Art Döner-Rollo.
Abends fand die Siegerparty am Poolbereich unseres Hotels, das Mövenpick am Toten Meer,
statt. Auch hier gab es wieder ein reichhaltiges Buffet. Diesmal gab es keine Hemmungen
beim Zugriff und der Erfolg wurde entsprechend gewürdigt. Einen Tag nach dem Lauf
begann mein Muskelkater. Das ungewohnte Abwärtslaufen forderte seinen Tribut. Es
dauerte 5 Tage bis ich wieder gerade gehen konnte. Und das ging nicht nur mir so. Unsere
Laufgruppe war schon von weitem als solche zu erkennen, am eierigen Gang.
Neben dem Marathon haben wir die größten Highlights von Jordanien genossen: Petra, die
Felsenstadt der Nabatäer und Unesco Weltkulturerbe, das Naturreservat Dana, die
Besteigung des Berges Nebo auf dem der Tod und die Bestattung Moses vermutet wird, die
Taufstelle Jesu in Bethanien, den Jordan, der in Wirklichkeit ein Rinnsal von wenigen Metern
Breite ist, die antike Stadt Jarash, eine der besterhaltenen römischen Provinzstädte, das
Tote Meer mit seiner heilsamen Wirkung, das Wadi Rum und die Wüste, und nicht zuletzt
das Rote Meer an dem an den letzten Tagen Erholung und Sonne tanken großgeschrieben
wurde.
P.S. Den Hamburg Marathon bin ich am 23.4.2006 in einer Zeit von 3:42:30 gelaufen.

© Carsten Dietz, 17.08.2007

Weitere Info's und Berichte zum Lauf:


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