Tritt ein, bring Glück herein

Stop, leider geschlassen!

 

Karsten Köhler zum Manx Mountain Marathon (Isle of Man) (21.04.2009) - Ultramarathon beim Steppenhahn (10.2000)

Zufälliges Zitat

"Ich habe in letzter Zeit zuviel gemacht, das war nicht gut, deshalb laufe ich hier nur 24, weil ich habe in nächster Zeit ja noch das und das und das und..."

Dieter Albrecht beim 48er in Köln 2011

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Alle zeigen - Bericht von Karsten Köhler zum Manx Mountain Marathon (Isle of Man):
Karsten Köhler , 21.04.2009

Manx Mountain Marathon

Die Isle of Man ist eine Insel in der irischen See, die zur britischen Krone gehört, aber in inneren Angelegenheiten Autonomie besitzt (wie etwa für Steuerrecht, oder die Zulassung öffentlicher Straßen für Motorradrennen wie die Tourist Trophy). Die Einwohner bezeichnen sich als Manx. Die Insel ist von vorteilhafter Größe und Gebirgigkeit, um sie mit einem anspruchsvollem Ultralauf zu durch- und überqueren. Der Manx Mountain Marathon verläuft diagonal über die Insel von Ramsey im Nordosten bis Port Erin im Südwesten (ca. 51 km), dabei sind 11 der höchsten Erhebungen der Insel zu überwinden (ca. 2400 Höhenmeter). Da dieser Ultramarathon schon seit 1970 organisiert wird, dürfte er zu den zehn ältesten Ultras weltweit gehören. Allerdings ist "Mountain Marathon" nicht einfach mit "Bergmarathon" übersetzbar, sondern bezeichnet die längste Distanz innerhalb des Fell Running. Dieser Begriff (verwandt mit dem nordischen Word Fjell für Berg) bezeichnet eine auf den britischen Inseln verbreitete Variante des Berglaufs mit Elementen des Querfeldein-Geländelaufs und des Orientierungslaufs. Dabei ist die Strecke durch das Gebirge weithin nicht festgelegt (oder nur durch Beflaggung angedeutet), und es wird erwartet, dass die Teilnehmer in der Lage sind, selbständig zu navigieren und Karte, Kompass, Signalpfeife, Schutzkleidung sowie eine Notration mitführen (es gibt jedoch mehrere Verpflegungspunkte entlang der Strecke). Auch sind Straßenlaufschuhe nicht unbedingt für die Strecke geeignet. Als Kontrollpunkte dienen elektronische Zeitnehmer auf den zu überwindenden Gipfeln, an denen die Läufer ihren jeweiligen Chip einchecken. Dass Mountain Marathons abenteuerlicher sind und die Strecken nicht so engmaschig überwacht sind wie bei mitteleuropäischen Veranstaltungen, sieht man daran, dass im vorigen Jahr beim "Original Mountain Marathon" im Lake District nach einem Wettersturz hunderte Läufer "verschollen" waren - letztlich kam dabei aber niemand zu Schaden.

Manx Mountain Marathon


Für den Manx Mountain Marathon am Ostersamstag 2009, der im Rahmen des österlichen Sportfestivals auf Man organisiert war, waren etwa 100 Starter angemeldet, und beinahe nochmal soviele für den Halbmarathon ab St. John's. Gestartet wurde in der kleinen Hafenstadt Ramsey, der zweitgrößten der Insel. Nachdem die Rucksäcke auf die vorgeschriebene Notfallausrüstung überprüft worden waren, und sich alle Starter vergewissert hatten, dass auch der Chiptimer dabei war, ging es zunächst entlang der Strandpromenade, aber schon bald bergauf durch ein bewaldetes Tal. Weiter oberhalb wich der Wald schnell einer Heidevegetation (mit vereinzelten Schafsüberresten) und mittendurch begann der kaum laufbare Aufstieg auf den North Barrule, die zweithöchste Erhebung der Insel. Von diesem ersten Checkpunkt aus bot sich nun ein Blick über die gesamte Insel: vor den Läufern lag eine Kette der noch zu überquerenden Erhebungen, inklusive des Snaefells. Von diesem höchsten Berg der Insel (621 m) aus soll man bei klarem Wetter die "Sechs Königreiche" sehen können (Man, England, Schottland, Wales, Irland, und das Königreich des Himmels). Obwohl am Lauftag sehr günstige Bedingungen herrschten (10-15°C, sonnig, wenige Wolken, wenig Wind), war die exponierte Strecke auf den höchsten Erhebungen doch etwas kräftezehrend. Ein einigermaßen flotter Bergablauf erforderte viel Konzentration, denn da kein definierter Weg existiert, konnten sich mit jedem Schritt steiniger, bewachsener oder morastiger Untergrund abwechseln. Nachdem die Gipfel Beinn y Phott und Carragan sowie ein glitschiges Bachbett mehr oder weniger unbeschadet überquert worden waren, ging es den Colden hinauf, diesmal durch ein kniehohes Heidedickicht ohne Andeutung eines Weges (von der Fahne auf dem Gipfel einmal abgesehen).

Manx Mountain Marathon


Die Checkpunkte auf den folgenden Gipfeln des Gratweges wurden auf auf ähnliche Weise passiert, dann ging bergab und auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke weiter nach St. John's, wo alljährlich seit 979 der Tynwald, das weltweit älteste Parlament mit ununterbrochener Geschichte, zusammenkommt. Am Ortsausgang begann eine der anstrengendsten Passagen, ein äußerst steiler Anstieg auf den Slieau Whallian, der durch einen vergleichsweise schwülen Kiefernforst führte. Nach diesem Checkpunkt verlief die Strecke bergab (diesmal war höheres Tempo unproblematisch, da dies die einzige längere Passage auf einer Straße war), und vorbei an einer in melancholischer Heidelandschaft gelegenen stillgelegten Mine. Von hier aus war der lange Anstieg auf die letzte höhere Erhebung, den South Barrule, weithin an der kleinen Schar Läufer erkennbar. Vom South Barrule aus war das letzte Sechstel des Weges über die südliche Hälfte der Insel gut zu überblicken; das Ziel würde nicht mehr sehr weit sein. Der letzte Streckenabschnitt auf dem Küstenwanderweg ist vergleichsweise gut laufbar und von großer landschaftlicher Schönheit: Entlang der Steilküste ging es, das Meer weit unten zur Rechten, nun noch über ein paar kleinere Erhebungen nach Port Erin, dessen weissgetünchte viktorianische Hotels entlang der Promenade schon weithin sichtbar waren. Der letzte Anstieg befand sich am Bradda Tower, einem Aussichtsturm am nördlichen Ende der kleinen Bucht von Port Erin, von dem der Blick bis zur Calf of Man genannten Vogelinsel im Süden geht, während weit im Westen die Mountains of Mourne in Nordirland klar auszumachen waren. Ein flotter Bergablauf führte die Läufer von hier aus im Bogen zum Ziel an der Strandpromenade. Die Urkunden und Finisher-T-Shirts gab es dann für jeden ins Ziel gekommenen Läufer bei einer Post-Race-Party mit einem Abendessen. Der Sieger Paul Thompson von den Manx Fell Runners benötigte 5:04 h, bei den Frauen gewann Jackie Lee in 5:29 h. Allerdings wurde jeder wie ein Sieger geehrt, bis zum letzten Finisher, der nach mehr als zehneinhalb Stunden ins Ziel kam, und die Party bot noch viel Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch der Läufer. Die Strecke dürfte auch für erfahrene Bergläufer anspruchsvoll sein, weniger von den Steigungen her, als vom pfadlosen Terrain, wobei zu dieser Jahreszeit das Wetter viele Überraschungen bereithalten kann. Mehr als entschädigen dafür jedoch immer wieder die gute Organisation und großartige Aussichten auf Berge und das Meer, sowie die Ruhe an der Strecke.

Manx Mountain Marathon


© Karsten Köhler, 21.04.2009

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