Zufälliges Zitat

"Über lange Strecken gewinnt oft nicht der bessere, sondern der, der weniger Fehler macht."

Emil "Lokomotive" Zatopek (1922-2000)

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Alle zeigen - Bericht von Paul Stölben zum 50 km des RLT Rodgau:
Paul Stölben , 02.02.2009

10. Rodgau 50km Ultramarathon am 31.01.2009, und gar nicht Rodgau Monoton.

10. Rodgau 50km Ultramarathon am 31.01.2009,
und gar nicht Rodgau Monoton.

Ich hatte mich schon schnell nach dem Hospizlauf 2008 dafür entschieden in 2009 einen frühen Marathon oder Ultramarathon zu laufen. Meine Wahl fiel auf Rodgau. Wie in allen Berichten zu lesen war soll das ein Kultlauf sein. Ich konnte mir gar nicht vorstellen mit der Gewissheit das ich dort 10 Runden mit jeweils 5 km laufen sollte. Ich hatte ja noch schlechte Erfahrungen an Rundenlaufen von Zell und Polch.
Ich dachte was soll das, eigentlich hat es ja nur Vorteile wenn man Runden läuft. Man kann immer aufhören wenn man nicht mehr kann. Oder man hat es nicht mehr weit bis an den Startort. So habe ich dann irgendwann im Oktober den Wolle noch gefragt ob er Lust hätte mitzufahren. Er hat auch direkt zugesagt und gemeint er sei ja immer leicht zu überreden für so was.
Die Anmeldung habe ich dann auch schon ziemlich früh gemacht. Meine Startnummer war die Nummer 145. Wie heißt es so schön der frühe Vogel fängt dem Wurm.
Anfang September habe ich dann auch mit meinem Aufbautraining angefangen. Zuerst immer einmal die Woche lockere 20km laufen. Dann steigern und im Dezember dreimal 30km wobei ich zwei davon in einem 5:30 min/km gelaufen bin das ließ mich dann doch auf eine Zeit unter 5 Stunden hoffen. Es sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Im Januar noch einen langen Lauf und dann Taperingphase, Kräfte sammeln und durchatmen.
Aber es sollte mal wieder anders kommen wir geplant. Anfang Januar hat mich das reale Leben wieder eingeholt. Ich habe eine schöne Erkältung bekommen. Genau das was man braucht um die 50km ordentlich laufen zu können. Also keinen langen Lauf mehr die letzten vier Wochen. Zuerst mal gesund werden und dann kurzfristig entscheiden was geht.
Ist ja auch kein Risiko, man zahlt erst Startgeld wenn man die Startnummer holt.
Die Vorhersage von 600-700 Läufern sollte auch nicht bestätigt werden. Am 31.01. waren über 1000 Läufer angemeldet. Am Start standen letztendlich 743 Läufer.
In der letzten Woche vor dem Lauf gings mir dann wieder ganz gut, ich entschied mich das ich es probiere.
So habe ich dann am Samstagmorgen um 06:00 Uhr den Wolle abgeholt und los ging es nach Rodgau. Mein Navigationsgerät meinte das ich 1:45 Stunden brauche. Und so war es auch, kurz vor acht waren wir vor Ort. Der Parkplatz noch leer. Also alles kein Problem. Das Wettkampfbüro war noch leer alles ging reibungslos über die Bühne.
Es blieb noch ca. eine Stunde Zeit die wir überbrücken mussten bis zum Start. So sind wir dann mal in die Turnhalle um zu sehen ob man jemand bekanntes trifft und um mal abzuchecken was den die Konkurrenz so zu bieten hat.
Um 09:30 Uhr ging es dann zum Start- Zielbereich, der liegt so einen Kilometer von der Turnhalle weg. Dort haben wir dann unsere Eigenverpflegung deponiert uns mal angesehen wie die Strecke ist. Dann ging es auch schon los, irgendwie war die Zeit von acht bis zehn Uhr doch schnell vergangen.
Die Schlange am Start war schon schön lang, Wolle und ich wir haben uns mal so ziemlich weit hinten aufgestellt. Da ja die Nettozeit genommen wurde war das kein Problem. Pünktlich um zehn Uhr gings los. Schnell von 10 rückwärts zählen peng und ab. Drei Ziele wollten wir erreichen. Mindestens einen Marathon laufen, in der ersten Runde nicht überholt werden und wenns geht unter fünf Stunden bleiben.
Unsere Taktik war die Runden so in 29 bis 29:20 zu laufen und dann zum Schluss mal sehen was noch geht. Aber irgendwie hat das nicht hingehauen.
Die erste Runde war schon nach 28 min durchlaufen. Und die Strecke war wider Erwarten abwechslungsreich und schön. Unser erstes Ziel haben wir dann auch nach der ersten Runde erreicht. Wir sind nicht überrundet worden aber nach 7,5 km war es dann soweit. Was solls. So ging es dann in die zweite, dritte Runde.
Nach 6 Runden hatten wir dann schon so ca. 11 min herausgelaufen. Jetzt wollten wir dann mal etwas das Tempo rausnehmen und mal eine Runde wirklich in 30 min laufen. Und Juhu wir haben auch das geschafft aber ich glaube auch nur weil wir uns an der Verpflegungsstelle extrem viel Zeit gelassen haben. Wolle hatte auch einen Tiefpunkt hier, er wurde immer ruhiger. Irgendwie hat er es geschafft da wieder raus zu kommen.
Am ende der Runde habe ich aber auch gemerkt das die Waden so langsam zugehen. Und habe gehofft das es noch ein paar Kilometer gut geht. Einen Marathon sollte es ja Minimum werden. So haben wir dann noch etwas das Tempo herausgenommen und die achte Runde mit 31 Minuten beendet. Also Noch 10 Min Polster. Und die Krämpfe werden immer deutlicher, aber weiter geht’s im lustigen Runden drehen. Und ich muss ehrlich zugeben die Runden sind so kurzweilig das ich das Gefühl habe das sie immer schneller vergehen obwohl wir mehr an Zeit brauchen. Nach 42,195 km haben wir dann auch unser zweites Ziel erreicht, dass Minimum ein Marathon herauskommen sollte. Und beide haben wir dort eine neue Bestzeit erreicht: 4:03:58. Das war doch schon mal was. Ich wollte dann schon nach der neunten Runde aufgeben wegen meinen Beinen. Aber Wolle hat mich überredet doch noch wenigstens bis zur Verpflegungsstelle mit zu kommen und dann zu sehen wie es weitergeht. Es ging fast nichts mehr aber mit einem guten Polster von 31 Minuten für die letzten 4 km habe ich mich dann entschieden weiter zu laufen. Wenn man das teilweise noch laufen nennen konnte. Denn Wolle habe ich dann davon gejagt das wenigstens einer unter 5 Stunden bleiben konnte.
Und habe weiter gegen die Krämpfe gekämpft. Immer wieder kurz gehen die Uhr checken. Und dann wieder soweit laufen wie es ging.
Den letzten Kilometer gings dann nur noch sanft bergab und ich hatte noch 7:30 Minuten Zeit. Also noch mal die Zähne zusammen beißen und weiter kurz noch mal gehen. Und die letzten 500 Meter laufen, man hat ja auch seinen Stolz. Kurz vor der Ziellinie habe ich dann gehört das ich lautsstark von meinem Lauffreund angefeuert wurde. Das gab mir noch den Auftrieb den ich gebraucht habe. Kurz abklatschen und ab über die Ziellinie. Als Endzeit kam dann eine 4:58:46 raus. Alle Ziele erreicht. Ich bin Stolz auf uns. Dann schnell an die Tasche und trockene Kleidung anziehen. Die Temperaturen sind ja nicht gerade hochsommerlich. Aber für meine Verhältnisse optimal zum laufen. Dann gab es Siegerbier, Malzbier. Hat gut geschmeckt was man von dem bleifreien Weizen nicht sagen konnte.
Jetzt folgten die normalen nach dem Lauf Rituale, duschen, Siegerehrung etc. alles wie der gesamte Lauf eigentlich unspektakulär aber man hatte nie das Gefühl das man alleine gelassen wurde.
So sind wir dann mit stolz geschwellter Brust nach hause gefahren und die After Run Party in Mesenich war auch schön. Mir bleibt nur noch das ich einen vielen dank sage an meinen Lauffreund Wolle das er mit mir nach Rodgau gefahren ist und vielen dank an die Helfer in Rodgau das habt Ihr echt klasse gemacht. Das war richtig gute Werbung für euren Ultra Lauf.
Ich habe mich schon entschieden ich werde Wiederholungstäter.

© Paul Stölben, 02.02.2009

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